Euro verliert gegenüber Dollar

18. Oktober 2002, 16:02
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Volkswirte sehen Einfluss der aktuellen Debatte auf den Kurs des Euro dennoch eher gering

Frankfurt - Die umstrittenen Äußerungen von EU-Kommissionspräsiden Romano Prodi zum Stabilitätspakt haben nach Einschätzung von Volkswirten den Eurokurs kaum beeinflusst. Viel entscheidender sei, dass sich die Stimmung in den USA aufgehellt habe, was den Dollar stärke. Der Referenzkurs des Euros wurde am Freitag bei 0,9735 Dollar festgesetzt, nachdem die Gemeinschaftswährung am Vortag auf 0,9763 Dollar gesackt war.

Unterdessen bekräftigte Prodis-Sprecher Jonathan Faull, der Kommissionspräsident stehe voll und ganz hinter seinen Äußerungen zum Euro-Stabilitätspakt. "Der Präsident bedauert kein einziges Wort", sagte Prodis Sprecher Jonathan Faull am Freitag in Brüssel. "Er steht zu seiner Aussage, dass der Pakt auf intelligente Art und Weise angewendet werden muss." Prodi hatte in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Monde" gesagt: "Ich weiß sehr gut, dass der Stabilitätspakt dumm ist, genauso wie alle Entscheidungen, die starr sind."

Den deutlichen Rückgang des Eurokurses am Donnerstag führte Volkswirt Christoph Balz von der Commerzbank vor allem auf positivere Unternehmensdaten aus den USA zurück, dies lasse den Dollar steigen.

Auch nach Einschätzung von Bernd Weidensteiner von der DZ Bank, haben Prodis Äußerung kaum größeren Einfluss auf den Eurokurs. Die Ursache sei eher an den Finanzmärkten zu suchen. Die Stimmung in den USA habe sich etwas verbessert, das stärke den Dollar. Zudem fügten sich Prodis Äußerungen in Gesamtzusammenhang der schon länger anhaltenden Diskussion um den Stablitätspaktes, sie seien daher nicht allzu überraschend. (APA/AP)

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