Sinn Fein lehnt Blairs Aufforderung zur Auflösung der IRA ab

18. Oktober 2002, 16:32
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Gerry Adams: "Dies ist nicht die Zeit für Ultimaten"

London - Die Aufforderung des britischen Premierministers Tony Blair an die nordirische Untergrundorganisation IRA, sich aufzulösen, ist von der republikanischen Partei Sinn Fein zurückgewiesen worden. Sinn-Fein-Präsident Gerry Adams sagte am Freitag: "Dies ist nicht die Zeit für Ultimaten. Das hat schon in der Vergangenheit nicht funktioniert." Sinn Fein gilt als "politischer Arm" der IRA.

Blair hatte am Vortag erstmals die Auflösung der IRA gefordert und sich damit demonstrativ auf die Seite der protestantischen Loyalisten geschlagen, die ebenfalls diese Forderung erheben. "Wir können nicht so weiter machen - mit einer IRA, die zum Teil außerhalb und zum Teil innerhalb des Friedensprozesses operiert", hatte Blair gesagt. "Es ist nicht nur nicht richtig, es funktioniert auch nicht mehr." Blair hatte gesagt: "Schwören Sie der Gewaltandrohung ab - und der Friedensprozess wird nicht mehr gestoppt werden können."

Adams sagte, er verstehe nicht, warum man sich so auf die IRA konzentriere, während doch auch die protestantischen Extremisten aktiv seien. Er kritisierte die am Montag von Blair verfügte Suspendierung der nordirischen Regionalregierung: "Wir müssen verstehen, dass es ein schwerer Fehler war, den politischen Anker des Friedensabkommens von 1998 zu beseitigen. Die Politik wird nur funktionieren, wenn wir die Institutionen wieder funktionieren lassen." Die von Friedensnobelpreisträger David Trimble geführten gemäßigten Protestanten der Partei UUP weigern sich jedoch, bei Fortbestehen der IRA in die Regierung zurückzukehren. Sie werfen Sinn Fein und der IRA "Doppelzüngigkeit" vor. (APA/dpa)

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