Entführte Japanerin besucht Ort ihrer symbolischen Beisetzung

18. Oktober 2002, 15:17
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1978 von Nordkorea entführt, jetzt nach Japan zurückgekehrt

Tokio - Eine von Nordkorea vor Jahrzehnten entführte Japanerin hat am Freitag das Grab ihrer Familie besucht, in dem die Frau nach ihrem Verschwinden symbolisch beigesetzt worden war. Die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" berichtete in ihrer Abendausgabe, die Familie habe kaum noch Hoffnung auf ein Wiedersehen gehabt, nachdem Hitomi Soga mit ihrer Mutter 1978 verschwunden sei. Nach 15 Jahren habe Hitomis Vater symbolisch persönliche Gegenstände der beiden, etwa Reisschüsseln und Lippenstifte, beigesetzt.

Hitomi gehört zu einer Gruppe von 13 Japanern, deren Entführung Nordkorea im September eingestanden hatte. Die in den 70er und 80er entführten Japaner sollten nordkoreanischen Spionen bei der Ausbildung helfen. Von den Entführten leben nach nordkoreanischen Angaben noch fünf. Diese besuchen derzeit ihre Angehörigen in Japan. Die übrigen Entführten starben nach nordkoreanischen Angaben an Krankheiten, durch Unfälle oder Selbstmord. Nordkorea hatte erklärt, es wisse nichts über den Verbleib von Hitomis Mutter. (APA/Reuters)

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    Hitomi soga vor ihrer Entführung im Jahr 1978 (links) und nach ihrer Rückkehr nach Japan

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