Busek: Deutliche Verbesserung der Mediensituation in Südosteuropa

18. Oktober 2002, 14:37
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Medienkonferenz "Krisen und die Presse" am 18. und 19. Oktober in Wien

Die Situation der Medien in Südosteuropa hat sich deutlich verbessert. Dies erklärte der Koordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, Erhard Busek, am Freitag bei einem Pressegespräch im Vorfeld der von der "Kommission für Radio- und Fernsehpolitik" veranstalteten zweitägigen Konferenz "Krisen und die Presse" in Wien. "Die Kommission hat durch den Aufbau eines Netzwerkes von NGOs einen wertvollen Beitrag dazu geleistet."

Fortschritte

Das Hauptproblem der Medien in Südosteuropa sei nicht so sehr der Mangel an effektiven Gesetzen, sondern vielmehr das Verhalten von Politikern und Journalisten und der Umgang mit Krisensituationen, sagte Busek. Doch auch hier sieht er Fortschritte.

Die Situation der Medien sei in der Türkei viel besser als zu den Zeiten der Militärcoups, betonte Nuri Colakoglu vom Türkischen CNN. Die Annäherung an die EU habe dazu beigetragen. Doch das Land sei von "schlechten" Nachbarn umgeben, wie dem Balkan und Nahen Osten. Ein Krieg gegen den Irak könnte nicht vorhersehbare Auswirkung auch auf die Medien in der Türkei haben. Auch der Zulauf zu den Islamisten bei den Wahlen im November könnte das säkulare Medienverständnis negativ beeinträchtigen.

Zensurkrise

Der Journalist Andriy Shevchenko vom New Channel TV in der Ukraine erklärte, sein Land mache eine sehr starke Zensurkrise durch. Doch der "Moment der Wahrheit" für die Journalisten sei gekommen, so Shevchenko. Die Regierung werde mit der im Oktober 2002 ins Leben gerufenen "Unabhängigen Journalisten-Gewerkschaft", zu deren Initiatoren er zählt, herausgefordert.

Die "Kommission für Radio- und Fernseh-Politik" wurde 1990 vom ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter gegründet. Sie verfolgt das Ziel, die demokratische Medienpolitik in Zentral und Osteuropa zu fördern. Die Kommission ist ein Think Tank von Medienexperten und Politiker aus mehr als 20 Ländern in Zentral-, Ost-, Südosteuropa und den USA. (APA)

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