Frauenpolitische Neuigkeiten der ÖVP

18. Oktober 2002, 14:55
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"Wollen den Frauen keine vorgegebene Lebenskarriere aufzwingen" - im Gegensatz zur SPÖ

Wien - Die ÖVP stellt am Wochenende in Alpach ihr Wahlprogramm vor, am Freitag wurden bereits in Wien die Schwerpunkte der Frauenpolitik präsentiert. Einer der Grundsätze dabei ist laut ÖVP-Generalsekretärin Rauch-Kallat die "Wahlfreiheit für jeden": Man wolle den Frauen - im Gegensatz zur SPÖ - nicht eine vorgegebene Lebenskarriere aufzwingen. Frauen sollten selbst entscheiden, entweder für Beruf und Familie oder etwa nur für Familie. Zudem wolle die ÖVP in der Frauenpolitik keine "Gettopolitik", Frauenpolitik müsse durch alle politischen Kapitel gehen.

"Es gibt heute nicht mehr die Frau"

Weiters müsse man auch dem Wandel der Bedürfnisse und Lebensumwelten der Frauen gerecht werden, betonte Rauch-Kallat in einer Pressekonferenz mit Familiensprecherin Ridi Steibl und der Integrationsbeauftragten Sirvan Ekici. Es gebe heute nicht mehr "die Frau", die ÖVP wolle daher den unterschiedlichen Bedürfnissen der Frauen gerecht werden.

Im Mittelpunkt der Frauen- und Familienpolitik der ÖVP stünden nicht gesetzliche Regelungen, sondern vielmehr "bewusstseinsbildende Maßnahmen". Zur Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern setzt die ÖVP unter anderem auf die Förderung von Frauen in ungewöhnlichen Berufen mit besserer Bezahlung. Zudem wolle man Frauen die Planung der Lebenskarriere "ans Herz legen". "Frauen überlassen das oft dem Zufall", so Rauch-Kallat: "Wir möchten auch, dass den Frauen Spitzenfunktionen offen stehen".

Wunsch nach "modernem, neuen Vater"

Wichtig sei für die ÖVP weiters die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mann und Frau. Die ÖVP wünsche sich den "modernen, neuen Vater" und fördere diese Entscheidung auch. Schwerpunkt der nächsten Legislaturperiode werde auch die Absicherung der Frauen im Alter darstellen. Frauen sollten bei der Scheidung nicht auf Sozialhilfe angewiesen sein, sagte Rauch-Kallat. Im ÖVP-Programm findet sich daher auch die Forderung nach einem Pensionssplitting. Zudem stehe man weiter zur Witwenpension.

Die ÖVP wollte jedenfalls fortsetzen, dass Österreich das "familienfreundlichste" Land bleibe, erklärte Steibl. An konkreten Maßnahmen schweben ihr dabei flexiblere Öffnungszeiten bei Kinderbetreuungseinrichtungen, die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuung und die bessere soziale Absicherung von Tagesmüttern vor. Zudem wolle man die Einführung einer Kinder- und Familienverträglichkeitsprüfung bei Gesetzen.

Migrantinnen im Blickpunkt

Integrationsbeauftrage Sirvan Ekici wies auch auf die Notwendigkeit von Qualifizierungsmaßnahmen für Migrantinnen hin. Die meisten würden derzeit nur in bestimmten Bereich, etwa im Fremdenverkehr, arbeiten. Damit sie auch in anderen Sparten Fuß fassen könnten, seien Weiterbildungsmaßnahmen nötig. Zudem gebe es für Mädchen der zweiten Generation oft auch Probleme im Schulbereich, weniger als der Durchschnitt würden etwa eine AHS besuchen. Auch hier seien entsprechende Maßnahmen zu setzen. (APA)

  • ÖVP-Generalsekretärin Rauch-Kallat
    foto: standard/matthias cremer
    ÖVP-Generalsekretärin Rauch-Kallat
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