SOS-Kinderdörfer im Kongo von Kämpfen bedroht

18. Oktober 2002, 14:28
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Evakuierungen werden vorbereitet

Wien - Im Zuge der wieder aufflammenden kriegerischen Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo haben Rebellenverbände die Stadt Uvira in ihre Gewalt gebracht und die dort ansässigen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen teilweise beschädigt. Personen kamen bisher nicht zu Schaden, berichtete SOS-Kinderdorf in einer Aussendung. Sollte sich jedoch die Lage weiter verschlechtern, müssen Kinder und Mitarbeiter ins benachbarte Burundi evakuiert werden.

Laut der Organisation befinde sich die Stadt Uvira am Ufer des Tanganyika-Sees seit vergangenen Sonntag in der Gewalt von Mayi-Mayi-Rebellen, Angehörige einer inhomogen agierenden Bürgerkriegspartei, die vorrangig in der Region Kivu gegen die "Dominanz der Tutsi" kämpfe. Aus Sicherheitsgründen verlassen die Bewohner des SOS-Nothilfedorfes derzeit ihre Häuser nicht. Die Mitarbeiter bereiten aber alles für eine mögliche Evakuierung vor. Hilfe würden sie in diesem Fall von burundischen Regierungstruppen erhalten, hieß es.

Große Unsicherheit

Auch im 120 Kilometer nördlich von Uvira gelegenen SOS-Kinderdorf Bukavu sei die Lage kritisch. Die Kämpfe seien dort weniger intensiv, doch die Unsicherheit unter Kindern und Mitarbeitern sei groß. "Wir wissen, dass alles passieren kann, und zwar jederzeit", so ein Mitarbeiter. Das Dorf liege in unmittelbarer Nähe eines Militärlagers. Daher sei auch im SOS-Kinderdorf Bukavu eine Ausgangssperre verhängt worden, die Vorräte des Dorfes wurden aufgestockt.

SOS-Kinderdorf betreibt in Uvira seit 1997 ein Nothilfedorf für rund Kriegswaisen und Kinder, deren Familien nicht mehr gefunden werden konnten. Das Nothilfedorf umfasst auch einen Kindergarten, eine Schule und eine Jugendwohneinrichtung. (APA)

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