Fünfmal Nachhaltigkeit auf der Agenda

18. Oktober 2002, 19:47
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Neue Bürgerbeteiligungsprozesse in fünf Wiener Bezirken ab Anfang 2003 -Projekt soll nach und nach auf die ganze Stadt ausgedehnt werden...

Neue Bürgerbeteiligungsprozesse in fünf Wiener Bezirken ab Anfang 2003 Wien - Die Nachhaltige Entwicklung soll nach dem Alsergrund vorerst einmal in fünf weiteren Bezirken geübt werden. Freitag präsentierte Planungsstadtrat Rudolf Schicker die neuen Kandidaten für die "Lokale Agenda 21": Neubau, Margareten, Rudolfsheim-Fünfhaus, Donaustadt und neuerlich der Alsergrund, wo der bereits begonnene Prozess fortgesetzt werden soll.

Ziel ist es wiederum, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Programme und Projekte für eine zukunftsbeständige und nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten. Für diese Bezirke stehen im nächsten Jahr gestaffelt nach ihrer Bevölkerungszahl zentrale Fördermittel zwischen 55.000 und 70.000 Euro zur Verfügung. Die Bezirke selbst tragen zumindest den gleichen Betrag zur Finanzierung des Prozessmanagements bei - und stellen die Finanzierung von Projekten sicher, die aus den Agenda-Prozessen entstehen.

Agenda-Prozesse

Wobei nun auch eine zentrale Stelle für Koordination, Management, Finanzierung und Förderung der Agenda-Prozesse geschaffen wurde: Geschäftsführerin des Vereins "Lokale Agenda 21 in Wien zur Förderung von Bürgerbeteiligungsprozessen" wurde Andrea Binder-Zehetner.

Weiters solle jedes Jahr der Agendaprozess um einen zusätzlichen Bezirk ausgeweitet werden, kündigte Schicker an.

Was den Agenda-Pionier Alsergrund betrifft, ist Bezirksvorsteher Hans Benke (SP) mit der bisherigen Entwicklung hochzufrieden. Nur ein Beispiel: Die Kosten für die schon lange angedachte behindertengerechte Umgestaltung der Thurnstiege sei durch die Bürgerbeteiligung von einer Million Euro auf rund 800.000 Euro gesunken.

Wobei im Alsergrund der gesamte Agenda-Prozess immer noch auf dem Prüfstand steht: Vorerst sei der Konflikt um die geplante Bebauung des Uni-Sportplatzes Sensengasse (DER STANDARD berichtete) auf Eis gelegt, so Schicker. Jetzt wird sich zeigen, ob tatsächlich noch die Bürger in die Planungen und die Vorbereitungen für die geplante Umwidmung eingebunden werden. Die geplante rasche Umwidmung wurde unter anderem durch den Widerstand der "Agenda 21"-Bürgerbeteiligungsgruppe verhindert. (frei, DER STANDARD 19/20.10.2002)

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