Terror-Gedenken: Vor 25 Jahren wurde die "Landshut" in Mogadischu gestürmt

18. Oktober 2002, 13:34
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Kurz darauf folgten die Stammheimer Selbstmorde und die Ermordung von Arbeitgeber-Präsident Schleyer

Berlin - 25 Jahre nach der Ermordung des deutschen Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer durch Linksterroristen der RAF ist am Freitag in Berlin des Toten gedacht worden. Deutschlands Bundespräsident Johannes Rau rief dazu auf, auch dem heutigen Terror mit gleicher Entschlossenheit wie 1977 entgegenzutreten. Dabei müsse an der Überzeugung festgehalten werden, "dass Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein darf".

Terror, Polizeieinsatz und die Folgen

Schleyer war im September 1977 von einem Kommando der "Rote Armee Fraktion" entführt worden. Vier Begleiter wurden getötet. Die RAF wollte Gesinnungsgenossen aus der Haft freipressen, die deutsche Regierung verweigerte jedoch einen Austausch.

Sechs Wochen nach Schleyers Verschleppung entführte ein arabisches Terror-Kommando die Lufthansa-Maschine "Landshut", um zusätzlichen Druck auf Bonn auszuüben. Am 18. Oktober 1977 stürmte eine deutsche Polizei-Sondereinheit die Maschine auf dem Flugplatz von Mogadischu.

Gewaltverbot

Daraufhin begingen RAF-Topleute im Gefängnis von Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Kurz darauf töteten die Schleyer-Entführer ihr Opfer. Die Leiche wurde einen Tag später im Elsass gefunden.

Bei der Gedenkfeier im Französischen Dom in Berlin sagte der deutsche Bundespräsident: "Wir bekräftigen heute, worauf unser Zusammenleben gegründet bleibt: auf den friedlichen, den freien und demokratischen Wettstreit der Meinungen und auf das Verbot, Gewalt einzusetzen." (APA/dpa)

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