Bauerneinkommen stark gestiegen

18. Oktober 2002, 13:29
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Das vergangene Jahr hat den heimischen Landwirten einen deftigen Einkommens-Sprung beschert

Wien - Deutlich höhere Preise für Milch und Schweinefleisch, stagnierende Preise bei den Betriebsmitteln, aber auch um mehr als 9 Prozent höhere Förderungen haben den österreichischen Bauern im vergangenen Jahr einen regelrechten Einkommenssprung beschert. Die landwirtschaftlichen Einkommen haben im vergangenen Jahr - je nach Index - zwischen 9 und 11 Prozent zugelegt. Dies geht aus dem dieser Tage verschickten "Grünen Bericht" des Landwirtschaftsministeriums hervor. Damit hatten die heimischen Landwirte 2001 das dritthöchste bäuerliche Einkommenswachstum aller EU-Länder, in denen sich die Bauerneinkommen im Durchschnitt um 3,3 Prozent erhöht haben.

Auch im Vergleich mit heimischen Einkommensbeziehern haben damit die Landwirte im vergangenen Jahr exzellent abgeschnitten. Das nominelle Bruttoeinkommen von Arbeitnehmern dürfte nach den noch ausstehenden endgültigen Zahlen 2001 um rund 3 Prozent gewachsen sein, rechnet Wifo-Experte Alois Guger.

Der Einkommenssprung macht einen großen Teil der Verluste wieder wett, die die Landwirte seit dem EU-Beitritt hinzunehmen hatten. Bis 1999 waren die Bauerneinkommen um 15 Prozent gegenüber dem EU-Beitrittsjahr 1995 zurück gegangen. 2000 erholten sich agrarische Gewinne und Löhne etwas, der große Sprung erfolgte aber erst 2001.

Hintergrund der Entwicklung sind zum einen die Produkterlöse: Vor allem die Preise bei den tierischen Produkten haben sich 2001 gegenüber dem Vorjahr deutlich erholt: 14,5 Prozent etwa für die Milch und 19,2 Prozent bei Schweinefleisch. Dem gegenüber sind die Rindfleischpreise um 15 Prozent zurück gegangen, pflanzliche Erzeugnisse wurden um 1,6 Prozent teurer. Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft (zu Erzeugerpreisen) ist insgesamt um 4 Prozent auf 6,74 Mrd. Euro gestiegen, heißt es im "Grünen Bericht". Die Preise bei den Betriebsmitteln sind 2001 dagegen nur um durchschnittlich 0,9 Prozent angestiegen.

"Neben dem Zuwachs des Produktionswertes trug vor allem die Zunahme der sonstigen (d.h. nicht produktspezifischen) Subventionen zum Zuwachs des land- und forstwirtschaftlichen Faktoreinkommens bei, wobei hier u.a. die höhere Dotierung des ÖPUL und der Ausgleichszulage für Betriebe in benachteiligten Gebieten hervorzuheben ist", heißt es im Grünen Bericht. Die Aufwendungen für das Umweltprogramm ÖPUL etwa sind im vergangenen Jahr von 538,2 Mill. auf 582,1 Mill. Euro gestiegen, für die Bergbauernzuschüsse wurden 216,8 Mill. Euro nach 201,3 Mill. Euro ausbezahlt. Insgesamt sind die ausbezahlten Förderungen um 9,1 Prozent auf 1,77 Mrd. Euro gestiegen.

Das Faktoreinkommen der Landwirtschaft (inklusive der Subventionen) ist im vergangenen Jahr um 11,9 Prozent auf 2,31 Mrd. Euro gestiegen. Die landwirtschaftlichen Einkommen pro Arbeitskraft haben sich um 10,9 Prozent erhöht und sind damit knapp an das Einkommensniveau von 1995 herangekommen. Im EU-Durchschnitt haben sich die bäuerlichen Einkommen in diesem Zeitraum um 12 Prozent erhöht. (APA)

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    Saftige Erdäpfel, saftiger Einkommens-Sprung

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