Das Planetarium im Prater öffnet wieder

18. Oktober 2002, 13:10
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Nach rund eineinhalb Jahren Renovierung zeigt sich ab November eines der weltweit modernsten Sternentheater

Wien - Nach rund eineinhalb Jahren Umbau und Modernisierung wird das Wiener Planetarium am 7. November mit einer großen Gala wieder eröffnet.

Totalmodernisierung

Mit der Inbetriebnahme des besten derzeit erhältlichen Sternenprojektors, der völligen Erneuerung der Technik und der Renovierung der Kuppeleinrichtung zählt das Planetarium der Stadt Wien zu "einer der weltweit modernsten Einrichtungen dieser Art", erklärt der Leiter des Sternentheaters im Wiener Prater, Peter Habison.

Modernster Projektor der Welt

Mehr als vier Mill. Euro hat der Umbau gekostet, davon alleine 2,5 Mill. Euro der neue Sternenprojektor, das Universarium Modell IX von Zeiss, das über 9.000 Sterne in die Kuppel zaubert. Weltweit wurden erst acht Stück dieses Geräts verkauft, laut Habison ist es der modernste Projektor der Welt.

Planetarium seit 1964

Für das Planetarium bedeutet das neue Instrument einen Quantensprung, das alte war seit der Eröffnung des Sternentheaters im Jahr 1964 im Einsatz. Ergänzt wird das Universarium durch den beweglichen Laserbildprojektor ZULIP, der Bilder, Filme und Computeranimationen mit brillanten Farben in die Kuppel projizieren kann, insgesamt 24 Diaprojektoren für Panorama- und Ganzkuppelprojektionen sowie eine Dolby-Surround-Anlage für ausgereifte Toneffekte.

Alles wurde anders

Habison verfolgt ein völlig neues Konzept für die Präsentation des Universums, neuer astronomischer Erkenntnisse und neuer Weltraum-Projekte. Auf die Frage, was das neu eröffnete Planetarium von dem alten unterscheide, meint er selbstbewusst: "Alles."

Shows sollen Lust auf Sterne machen

Geplant sind immer wieder neue Shows, die das Haus "zu einem spannenden Ort für Menschen vom Kindergarten bis zur Pension machen sollen". Diese vom Planetarium-Team selbst produzierten Sternenshows sollen auch aktuelle Ereignisse wie neue Weltraummissionen präsentieren und auch auf europäische bzw. österreichische Beiträge zu den Missionen eingehen. "Wir wollen ein Haus werden, wo man nicht nur ein Mal hingeht", sagt Habison.

Den Auftakt macht die Hauptshow "Kundschafter im Kosmos", die sich an alle Interessierten ab zehn Jahren wendet. In 50 Minuten werden die Besucher auf eine atemberaubende Reise durch Raum und Zeit entführt: Sie begleiten Raumsonden wie Voyager auf ihren Flügen bis an den Rand des Sonnensystems, beobachten die Kometeneinschlägen auf Jupiter und die urzeitliche Welt auf dem Saturnmond Titan.

Kindershows

An die jüngsten Besucher im Alter von vier bis zehn Jahren richtet sich die 40-minütige Kindershow "Yanni, die Sterne und der Käsemond". Die kleine Maus Yanni und ihre "Maustronauten" entführt die Kinder darin auf eine aufregende Reise ins Weltall. Ab Jänner läuft für Schüler von zehn bis 18 Jahren die Show "Star Date - Rendevouz mit den Sternen".

Eintrittspreise

Zusätzlich zu den Sternenshows sollen astronomische Ausstellungen und andere Veranstaltungen sowie ein "Astro-Shop" die Bevölkerung ins Planetarium locken. Das Ziel Habisons ist es, die Besucherzahlen von bisher rund 50.000 im Jahr innerhalb kurzer Zeit zu verdoppeln bis verdreifachen. Der Eintritt kostet künftig für Erwachsene acht Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sechs Euro. Schulen und Kindergärten zahlen sechs Euro pro Person, ab 15 Personen kostet der Eintritt fünf Euro.

Bei der Eröffnungsgala am 7. November, durch die der österreichische Kosmonaut Franz Viehböck führt, wird Vizebürgermeisterin Grete Laska den neuen Sternenprojektor enthüllen und ein Kurzfilm über den Umbau des Planetariums sowie die Uraufführung der Show "Kundschafter im Kosmos" gezeigt. Erwartet wird dazu auch der Wissenschaftsdirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, David Southwood. (APA)

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