Spaniens Botschafter im Irak tritt zurück

18. Oktober 2002, 12:36
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Protest gegen spanische Außenpolitik - Madrid habe sich Washington "bedingungslos unterworfen"

Madrid - Aus Protest gegen die Unterstützung seiner Regierung für einen möglichen US-Militärschlag gegen den Irak ist Spaniens höchstrangiger Diplomat in Bagdad zurückgetreten. Fernando Valderrama, der Geschäftsträger der spanischen Botschaft in Bagdad, hielt seiner Regierung vor, sich der Haltung Washingtons in dem Konflikt bedingungslos unterworfen und damit internationales Recht gebrochen zu haben.

Außenministerin Ana Palacio wies die Vorwürfe des 51-jährigen Diplomaten am Freitag scharf zurück. In Wirklichkeit fürchte Valderrama um seine Sicherheit und sei der Situation nicht mehr gewachsen gewesen. Seine Anschuldigungen seien nur ein Vorwand.

Großer Druck

Nach den Worten der Ministerin hatte Valderrama bisher nie die Haltung Madrids in dem Konflikt in Zweifel gezogen. "Ansonsten wäre er sofort abgelöst worden." Palacio räumte ein, dass die Diplomaten im Irak unter großem politischen und sozialen Druck stünden. Die Anschuldigungen Valderramas würden aber zweifellos seiner Karriere schaden.

Der Diplomat sagte hingegen: "In der gegenwärtigen Lage stand ich vor der Wahl, mich entweder für George W. Bush oder Saddam Hussein zu entscheiden. Ich bin aber für keinen von beiden." Valderrama ist seit zwei Jahren in Bagdad stationiert. Davor war er in Luxemburg, Israel und Marokko tätig. (APA/dpa)

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