"Girls crack IT" - zumindest in der Steiermark

21. Oktober 2002, 12:07
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Dreijähriges Programm soll Berufsbarrieren bei jungen Mädchen beseitigen

Graz - Mit dem Projekt "Girls crack IT" sollen in der Steiermark Mädchen und junge Frauen für Technik und Telekommunikation begeistert und zu einer Berufswahl in dieser Richtung motiviert werden. Das Vorhaben steht unter der Trägerschaft des Grazer Vereins "Mafalda", stützt sich auf " zehn operative und fünf strategische Partnerschaften" im Bereich von Schulen, Interessenverbänden und Institutionen. Finanziert wird das Projekt in Höhe von 1,3 Millionen Euro zu gleiche Teilen vom Europäischen Sozialfonds sowie das Wirtschaftsministerium.

Laut dem Verein Mafalda seien Berufe wie Kommunikationstechnikerin, EDV-Technikerin oder Elektrotechnikstudentin "auch im neuen Jahrtausend" für Frauen eine Seltenheit. Die Anzahl von Mädchen in Berufen der Informations- und Kommunikationstechnik-Branche (IKT) ist sogar fallend. Waren 1999 in der Steiermark noch über 40 Prozent der Lehrlinge im IKT-Bereich weiblich, so pendelte sich der Wert in den vergangenen Jahren bei rund 14 Prozent ein.

Komplexe "Beeinflussung" geplant

Das mit September 2002 im Rahmen der europäischen Gemeinschaftsinitiative "Equal" gestartete Projekt "Girls crack IT" soll laut Mafalda neue Impulse setzen. Ziel des Projektes ist es, Motivation zu schaffen und Barrieren auf dem Weg in technische Berufe und Studien zu verkleinern. Das Projekt geht davon aus, dass traditionelles Berufswahl- und Bildungsverhalten von einem Bündel von institutionellen, sozialen, ökonomischen, kulturellen und politischen Faktoren beeinflusst wird. Daher richten sich die Aktivitäten im Rahmen von "Girls crack IT" nicht nur an die Mädchen und Frauen selbst, sondern auch an Schulen, LehrerInnen, Eltern, Unternehmen, arbeitsmarktpolitische Einrichtungen und Bildungseinrichtungen.

Die involvierten Institutionen soll dabei befähigt werden, auf Dauer zielgruppengerechter zu agieren und ihr Wirken in einem Gesamtzusammenhang zu koordinieren. Damit soll die Grundlage geschaffen werden, um Mädchen und jungen Frauen in Übergangsphasen von der Pflichtschule über Lehrausbildungen bis zur Phase der beruflichen Weiterbildung verstärkt Möglichkeiten der Ausbildung in technischen Berufen wahrzunehmen. Die Durchführung erfolgt in drei steirischen Regionen in einem Zeitraum von 32 Monaten, von September 2002 bis Mai 2005.

Neue Möglichkeiten der Ausbildung

Die Entwicklung einer IKT-Lehrausbildung soll technikinteressierten Mädchen neue Möglichkeiten der Ausbildung eröffnen. Partner im Projekt sind unter anderem das Schulungszentrum Fohnsdorf, der Grazer Frauen-Verein Mafalda, das Murauer Frauen für Frauen - Zentrum für Ausbildungsmanagement, das Qualileo- Zentrum für Ausbildungsmanagement in Leoben, die TU Graz, das AMS Steiermark, die steirische Industriellenvereinigung sowie die AK, das Land Steiermark, der steirische Landesschulrat sowie die Informatikhauptschule Gratwein und schließlich in Weit die Polytechnische Schule und das BG/BRG. (APA)

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