Südafrika: Keine Urlaubsquartiere für Einheimische

18. Oktober 2002, 12:40
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Die einzige total Sonnenfinsternis in diesem Jahr beschert ausgebuchte Unterkünfte - Ausländische Astronomie-Fans haben die Nase vorn

Johannesburg - Astronomie-Fans aus aller Welt bereiten in Südafrika den Einheimischen arges Kopfzerbrechen bei der Urlaubsplanung.

Schon seit Monaten sind die Quartiere an der Grenze zwischen Südafrika und Simbawe ausgebucht. Grund dafür ist die einzige totale Sonnenfinsternis in diesem Jahr. Der bis zu 86 Kilometer breite Kernschatten wird am 4. Dezember über diese Region ziehen. Tausende wollen sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Das Schauspiel am Himmerl beschert schon seit Monaten der Tourismusbranche an der Grenze zwischen Südafrika und Simbabwe ausgebuchte Häuser. Gut zwei Minuten wird der bis zu 86 Kilometer breite Kernschatten über die Region huschen. Die bis 2005 vorerst letzte totale Sonnenfinsternis wird nur auf der Südhalbkugel der Erde stattfinden und von Europa aus nicht zu beobachten sein.

Die Verwaltung des Krüger-Nationalparks hat sich bereits öffentlich dafür entschuldigt, dass alle Unterkünfte im Nordteil des Parks schon vor Monaten an meist ausländische Astronomie-Fans vergeben wurden. Das seltene Naturschauspiel, das 1999 Millionen Menschen in Europa und Asien in Begeisterung versetzte, vermiest den Südafrikanern die Sommerferien in der südlichen Hemisphäre. Selbst Herbergen in den kleinsten Provinznestern von Südafrikas Limpopo-Provinz sind seit Monaten völlig ausgebucht.

Diese frühere Nord-Provinz versucht, dieses seltene Phänomen als Antrieb für seine Tourismusindustrie zu nutzen. Auch das benachbarte Simbabwe erhofft sich eine Wiederbelebung des Tourismus. Die Sonnenfinsternis des Vorjahres hatte trotz der politischen Unruhen im Lande zahlreiche Fans angelockt.

Gegen 8.00 Uhr Ortszeit, so haben Astronomen ausgerechnet, beginnt das Himmels-Spektakel, wenn der Kernschatten den afrikanischen Kontinent nördlich der angolanischen Stadt Lobito erreicht. Nach knapp 18 Monaten kreuzt der Schattenpfad des Mondes die Finsternisbahn der Sonnen-Eklipse des Vorjahrs erneut. Damit tritt der extrem seltene Fall ein, dass vom gleichen Erdpunkt innerhalb von eineinhalb Jahren zwei Mal das Schauspiel einer total verfinsterten Sonne erlebt wird. Durchschnittlich passiert so etwas nur alle 300 Jahre.

Neben Angola streicht der Schatten über Namibias Caprivi-Streifen, die Victoria-Fälle sowie den wegen seiner Elefantenvielfalt berühmten Chobe-Nationalpark. Von der Grenze zwischen Simbabwe und Südafrika setzt er sich über den Krüger-Nationalpark und Mosambik bis zum Indischen Ozean fort. Wenige Minuten später wird das Himmels-Spektakel dann Australien erreichen, wo die "Schwarze Sonne" und ihr prächtiger, leuchtender Strahlenkranz - die Korona - noch 30 Sekunden lang zu beobachten sein wird. (APA/red)

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    Sonnenfinsternis - für viele ein unverzichtbares Naturschauspiel

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