Mord am Vater: Verurteilung zweier US-Kinder aufgehoben

18. Oktober 2002, 10:50
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Täter überredete 13- und 14-jährige Brüder die Schuld am Mord an ihrem Vater zu übernehmen...

Miami - In einem der aufsehenerregendsten Fälle der US-Kriminalgeschichte hat ein Gericht im US-Bundesstaat Florida die Verurteilung zweier Kinder wegen der Ermordung ihres Vaters aufgehoben. Richter Frank Bell folgte mit seiner Entscheidung am Donnerstag (Ortszeit) einem Antrag der Anwälte des 13-jährigen Alex und seines 14-jährigen Bruders Derek. Die Verteidiger machten geltend, die beiden Buben hätten keinen gerechten Prozess bekommen. Die Beweislage sei zudem widersprüchlich.

US-Gericht hatte Kinder für schuldig befunden

Ein Geschworenengericht hatte die beiden Jugendlichen im September für schuldig befunden, ihren 40-jährigen Vater mit einem Baseball-Schläger getötet zu haben. Ein 40-jähriger Freund der Familie musste sich für den Mord vor einem anderen Gericht verantworten, wurde aber nach dem Urteil gegen die Burschen freigesprochen. Den Brüdern war kein Jugendprozess zugestanden worden.

Vorstrafe wegen Kindesmisshandlung

Nach der Verurteilung der Jugendlichen hatten Geschworene ausgesagt, sie hielten den Freund der Familie für den eigentlichen Mörder. Die Brüder hatten zunächst gestanden, ihren Vater im Schlaf erschlagen zu haben. Später gaben sie an, der 40-jährige Freund habe den Mord begangen. Er habe sie überredet, die Verantwortung zu übernehmen, weil sie als Jugendliche mit einer geringeren Strafe zu rechnen hätten. Der Mann ist wegen Kindesmisshandlung vorbestraft. Er soll auch den 13-jährigen Alex missbraucht haben. (APA)

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