Präsident Bush kann doch lesen

19. Oktober 2002, 10:11
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Das Bild mit dem "verkehrten Buch" entpuppte sich - wie zu erwarten war - als netter Hoax

Seit Mitte September kursiert ein Bild des US-Präsidenten Bush im Internet, das diesen bei einem Besuch einer Volksschule am 14. Juni 2002 zeigt. Auf dem Foto ist ein Mädchen zu sehen, das aus einem Buch vorzutragen scheint und dabei die ungeteilte Aufmerksamkeit des amerikanischen Präsidenten genießt. Auch George Bush hält ein Buch in der Hand - für viele Kritiker und Witzbolde alleine schon ein Einlass für zynische Kommentare - doch das eigentlich Interessante ist, dass Bush sein Buch verkehrt herum hält (siehe Bild).

Alles nur ein Hoax

Das Bild des leseunkundigen US-Präsidenten verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet. Tausende E-Mails mit Betreffzeilen wie "Schon gesehen?", "Das ist ein Brüller" und "Der Präsident und sein Buch" machten seither die Runde und sorgten für Unterhaltung.

Original und Fälschung

Laut den "Hoax-Bustern" von Snopes, auf deren Webseite sich auch die Details zu Bush und dem Buch finden, ist alles nur ein Schwindel. Die Originalaufnahme stammt nämlich von der Nachrichtenagentur AP und zeigt Bush ebenfalls mit Buch allerdings richtig herum. Laut Snopes hat ein Photoshop-Kundiger einfach das Buch aus der Hand des Präsidenten geschnitten und dann das Objekt entsprechend gedreht wieder eingefügt.

"HoaxBusters" und deren Fälle

Unter "HoaxBusters" sind Webseiten wie etwa Snopes, oder auch HoaxBuster und Hoax Info Service zu verstehen, die sich auf die wahren Hintergründe so mancher "urbaner Legenden" begeben und Ungereimtheiten auf der Spur sind. Eine bekannte urbane Legende ist etwa der so genannten "Touristguy", jener Rucksack-Tourist der auf einer gefälschte Aufnahme vom 11. September zu sehen ist, kurz bevor ein Flugzeug in das World Trade Center krachte.

Die Viren-Hoaxes

Aber nicht nur gefälschte Bilder sorgen für Verwirrung. Auch so genannte "Viren-Hoaxes" verbreiten sich sehr schnell im Internet und sorgen für überfüllte Mail-Boxen. Einer der bekanntesten und immer noch anzutreffenden falschen Viren ist "SULFNBK.EXE". In einem Mail werden User aufgefordert ihren Rechner auf eine Datei mit dem Namen "sulfnbk.exe" zu durchsuchen und diese umgehend zu entfernen, da es sich um einen gefährlichen Schädling handeln soll. Meist ist auch eine genaue Anleitung zum Aufspüren und Löschen der Datei im Mail enthalten.

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

Viele unkundige User haben daraufhin tatsächlich die entsprechende Datei gesucht, sofern sie ein Windows-Betriebssystem haben, auch gefunden und gelöscht - dummerweise handelt es sich aber bei "sulfbnk.exe" um gar keinen Virus, sondern um eine Windows-eigene Funktion, die die Wiederherstellung langer Dateinamen nach einer fehlgeschlagenen Deinstallation von Windows gewährleisten soll. Zwar sorgen die meisten Hoaxes nicht für einen tatsächlichen Schaden, doch zeigt es einmal mehr wie wichtig es ist im Internet darauf zu achten, woher Informationen kommen. Auch bekannte Absender sind keine Garantie für absolute Glaubwürdigkeit - im Falle des Falle sind Kontrolle und Vorsicht besser.(red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Bild von US-Präsident George Bush der andächtig dem Vortrag eines Kindes lauscht und dabei sein Amerika-Buch verkehrt herum hält, ist nur ein netter Hoax.

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