Ericsson mit düsterer Zukunftsprognose

18. Oktober 2002, 09:48
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Mobilfunk-Ausrüster rechnet für 2002 mit Umsatzrückgang und enttäuscht die Analysten - Aktie gibt prompt nach

Stockholm - Der weltgrößte Mobilfunk-Netzausrüster, die schwedische Ericsson, hat angesichts verschobener Investitionen bei Netzbetreibern die Umsatzprognose für den Kernbereich Mobilfunksysteme gesenkt.

Im Gesamtjahr werde sich der Umsatz der Sparte wohl stärker als der Markt verringern, dessen Rückgang Ericsson mit 20 Prozent bezifferte. Trotzdem solle "irgendwann 2003" wieder die Gewinnzone erreicht werden, teilte der Konzern am Freitag mit. Analysten bezeichneten vor allem den Auftragseingang als schwach. Vorbörslich gab der Ericsson-Kurs deutlich nach.

Zudem nannte Ericsson für das dritte Quartal einen bereinigten Vorsteuerverlust von 3,9 Mrd. Kronen (427 Mill. Euro). Analysten hatten im Mittel nur einen Verlust von 3,2 Mrd. Kronen erwartet. Den Quartalsumsatz bezifferte Ericsson mit 33,5 (Vorjahr: 47) Mrd. Kronen, was leicht unter den Analystenerwartungen von 33,7 Mrd. Kronen lag. Der Auftragseingang sei um 46 Prozent auf 20,5 Mrd. Kronen gefallen. Darin seien Stornierungen unter anderem der deutschen MobilCom über 5,4 Mrd. Kronen bereits einbezogen.

Im abgelaufenen Quartal reduzierte der Konzern den Angaben nach die Belegschaft um 4.500 Mitarbeiter. Das Gemeinschaftsunternehmen SonyEricsson zum Bau von Mobiltelefonen habe im abgelaufenen Quartal vor Steuern 500 Mill. Kronen zum Konzernverlust beigetragen, teilte Ericsson weiter mit.

Die Ergebnisse spiegelten Analysten zufolge die schwierige Marktsituation wider. "Die Aufträge waren ein Albtraum - wir haben sie schlecht erwartet, aber nicht so schlecht", sagte Analystin Helena Nordmann-Knutson von Ohman Brokerage. Dies lasse mit Skepsis in die Zukunft sehen. Auch der Mittelabfluss von 2,7 Mrd. Kronen sei zu beachten, sagte Jan Ihrfeldt von der Swedbank. "Ich denke, sie versuchen die Erwartungen für das kommende Jahr zu reduzieren", fügt er hinzu. "Der einzig positive Aspekt ist, dass die Kosteneinsparungen besser als erwartet laufen", sagte Urban Ekelund, Analyst bei Redeye.

Im außerbörslichen Instinet-Handel verloren Ericsson auf 4,50 Kronen nach 4,96 Kronen zum Vortagesschluss. Einem Händler zufolge wurden am Morgen bereits rund zwei Mill. Ericsson-Aktien gehandelt. (APA/Reuters)

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