"Schreie im Stillen"

21. Oktober 2002, 11:31
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Aktionswoche gegen sexuelle Gewalt - mit Theaterpremiere von "Der Schatten der Lawine"

Salzburg - Jedes vierte Mädchen, jeder siebte Bub macht mindestens einmal im Leben eine Erfahrung mit sexueller Gewalt, wurde missbraucht. 98 Prozent der TäterInnen kommen aus dem Vertrauensbereich des Kindes. Meist sind es Männer. So weit, so erschreckend die Statistiken.

Auf Initiative der Salzburger Mädchenbeauftragten und Gründerin einer Selbsthilfegruppe, Theresa Lugstein, die selbst einst Opfer sexueller Gewalt wurde, starten Land und Stadt Salzburg bis kommenden Donnerstag eine Aktionswoche unter dem Titel "Schreie im Stillen - sexuelle Gewalt an Mädchen und Buben ist tabu". Auf dem Programm, das sich an Betreuer und Betroffene, Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen wendet, stehen wissenschaftliche Tagungen, Theater-, Film- und Diskusionsveranstaltungen.

Der Schatten der Lawine

Eines der Theaterstücke, die sich mit der Thematik Gewalt und Vergewaltigung auseinandersetzen, ist "Der Schatten der Lawine" von Lilly Walden und Attila Herzt. Die Ausgangssituation - Vergewaltigung und Mord an einer Schülerin – zwingt Schulbehörden, Schulleitung und Eltern zur Stellungnahme, zur bitter notwendigen Auseinandersetzung. Am Vorabend der einberufenen Gesamtelternkonferenz durchspielt die Direktorin in Gedanken die Veranstaltung. Lilly Walden schlüpft dabei in fünf Männer- und vier Frauenrollen die im Versuch um Sachlichkeit unfreiwillig komisch werden.

21. Oktober 02 um 19.00 Uhr
Kulturkreis Das Zentrum
Zeughaus am Thurn
Margarete-Schütter-Lihotzky-Platz 1
5550 Radstadt
Eintritt: 7,5 Euro

Mit anschließender Podiumsdiskussion um 20.45 Uhr zur weiteren Bearbeitung des Themas sexuelle Gewalt (basierend auf den Inhalten des Theater-stücks).

Am Podium vertreten sind:
Lilly Walden, Schauspielerin
Leonhard Thun-Hohenstein, Kinderspital Salzburg
Barbara Leiblfinger, Kinder & Jugendanwaltschaft Salzburg,
Miliker Karin, Beratungslehrerin im Pongau
Moderation: Martina Berthold, Büro für Frauenfragen und Gleichbehandlung Salzburg
Der Eintritt ist frei.

(neu - DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 18.10.2002, red)

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