Microsoft verdoppelt Gewinn

18. Oktober 2002, 16:59
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Software-Gigant übertrifft Prognosen der Analysten und erntet die ersten Früchte für sein neues Lizenzsystem

Redmond - Der weltweit größte Softwarekonzern Microsoft hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bei einem deutlichen Umsatzplus den Gewinn mehr als verdoppelt und damit sogar die optimistischste Analystenprognose übertroffen. Nach dem starken Quartalsergebnis erhöhte Microsoft die Ergebnisprognosen für das laufende Quartal und für das Geschäftsjahr 2002/2003.

Neues Lizenzsystem macht sich bezahlt

Microsoft profitierte nach eigenen Angaben vor allem von seinem neuen Lizenzsystem. Anstatt jeweils die aktuellsten Programmversionen zu kaufen, zahlen Nutzer dieses Systems eine jährliche Gebühr für die ständige Aktualisierung der Software. Die Akzeptanz des Lizenzprogramms, das sich vor allem an Firmenkunden richtet, sei höher als erwartet, sagte Finanzchef John Connors am Donnerstag bei der Veröffentlichung des Quartalsergebnisses.

Microsoft steigerte in den drei Monaten zum Ende September 2002 den Reingewinn auf 2,73 (Vorjahr 1,28) Milliarden Dollar oder 50 (23) Cent je Aktie. Analysten hatten den Gewinn je Aktie im Durchschnitt mit 43 Cent prognostiziert. Die günstigste Prognose war dabei 46 Cent gewesen. Der Umsatz habe sich auf 7,75 (6,13) Milliarden Dollar erhöht, teilte Microsoft weiter mit. "Die Ergebnisse des ersten Quartals waren außerordentlich stark, sie übertrafen unsere Erwartungen", sagte Connors. Microsoft hatte den Gewinn je Aktie zwischen 42 und 43 Cent und den Umsatz zwischen 7,0 und 7,1 Milliarden Dollar erwartet.

Kundenkritik

Microsoft geht für das laufende Quartal von einem Gewinn je Aktie von 45 bis 46 Cent und einen Umsatz von 8,5 bis 8,6 Milliarden Dollar aus. Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Gewinn je Aktie von 1,89 bis 1,95 Dollar bei einem Umsatz zwischen 32,2 und 32,6 Milliarden Dollar. Noch im Juli hatte Microsoft seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr auf 1,85 bis 1,91 Dollar je Aktie zurückgenommen. Analysten schätzen den Gewinn je Aktie mit 1,90 Dollar.

Einen starken Schub erhielt Microsoft nach eigenen Angaben vom neuen Lizenzsystem, das dem Unternehmen erlaubt, Einnahmen abzurechnen, die für spätere Quartale bestimmt sind. Im ersten Quartal sei etwa 23 Prozent des Umsatzes auf solche Einnahmen entfallen, hieß es. Dieses Verfahren sei allerdings von einigen Kunden negativ aufgenommen worden, räumte Chief Executive Steve Ballmer ein.

In allen Geschäftsbereichen seien im Berichtsquartal starke Zuwachsraten verzeichnet worden, teilte Microsoft weiter mit. Im Kernbereich, der das Betriebssystem Windows einschließt, sei der Umsatz um 33 Prozent gestiegen. Auch beim Internetdienst MSN sei - bereinigt vom Verkauf der Reiseagentur Expedia - ein Umsatzanstieg um 23 Prozent verzeichnet worden. Im Unterhaltungsbereich, zu dem auch die XBox-Spielkonsole gehören, sei der Umsatz um 82 Prozent gestiegen.

Aktie deutlich im Plus

Die Microsoft-Aktie stand am Freitag zur Handelseröffnung gegen den allgemeinen Börsentrend in den USA deutlich im Plus. In den ersten Handelsminuten gewann das Papier gut drei Prozent auf 52,32 Dollar. (APA/Reuters)

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    Windows ist ein bekanntes Programm aus dem Hause Microsoft.

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