Palästinensisches Gericht verurteilt "Kollaborateur" zum Tode

18. Oktober 2002, 07:04
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Hamas-Mitglied soll Israel Informationen zugespielt haben

Gaza - Ein palästinensisches Gericht hat ein ranghohes Mitglied der radikalen Gruppe Hamas wegen Kollaboration mit Israel zum Tode durch Erschießen verurteilt. Walid Hamdiya wurde am Donnerstag in Gaza für schuldig befunden, Israel Informationen zugespielt zu haben, die ihm die Tötung von fünf Führern des militanten Hamas-Flügels ermöglicht habe. Das Todesurteil muss von Präsident Yasser Arafat bestätigt werden.

Nach Angaben der Anklage arbeitete Hamdiya in den 80er und 90er Jahren mit Israel zusammen, bis er 1995 verhaftet wurde. Als Führer der religiösen Bewegung in der Hamas sei er hoch angesehen und eine Vertrauensperson gewesen, die Zugang zu wichtigen Informationen hatte, fasste Richter Abdel Asis Wadi die von der Staatsanwaltschaft in nicht öffentlichen Sitzungen vorgebrachten Vorwürfe zusammen. Hamdiya sei für schuldig befunden worden, mit einem ausländischen Land kollaboriert und die palästinensische Sicherheit und nationalen Interessen gefährdet zu haben.

Hamdiya habe 1993 Israel die Tötung des militärischen Führers der Hamas, Emad Akel, ermöglicht. Seine Informationen hätten israelischen Kommandos noch die Tötung von vier weiteren Hamas-Führern ermöglicht. Israel hatte 1996 die Auslieferung Hamdiyas gefordert, weil er israelischer Staatsbürger sei. (APA)

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