Neu Delhi stellt Kaschmir vorübergehend unter Zentralverwaltung

17. Oktober 2002, 22:44
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Nach wie vor keine Regierungsbildung in indischer Krisenregion in Sicht

Srinagar - Die indische Regierung hat die Krisenprovinz Jammu und Kaschmir am Donnerstag vorübergehend unter Zentralverwaltung gestellt. Die Regierung in Neu Delhi begründete ihren Schritt mit der schwierigen Regierungsbildung in der Provinz nach den Regionalwahlen, wie ein Beamter des Gouverneurs in Srinagar der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Direktverwaltung sei nötig geworden, weil der scheidende Regierungschef von Jammu und Kaschmir nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei nicht bis zur Bildung einer neuen Regierung im Amt bleiben wollte. Mit der Direktverwaltung sollten ein Machtvakuum und eine drohende Verfassungskrise abgewendet werden.

Der Vertreter Neu Delhis in Kaschmir, Gouverneur Girish Chander Saxena, hatte den Parteien eine Frist bis kommenden Montag zur Bildung einer neuen Regierung gestellt. Bei der vor einer Woche beendeten Wahl hatte die bisherige Regierungspartei National Conference ihre absolute Mehrheit verloren. Die oppositionelle Kongresspartei käme nun zusammen mit der regionalen Demokratischen Volkspartei gemeinsam auf eine Mehrheit. Allerdings konnten sich die Vorsitzenden beider Parteien bisher nicht einigen, wer das Amt des Regierungschefs bekleiden soll. (APA)

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