Frauen entscheiden die Wahl

17. Oktober 2002, 19:27
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Parteien buhlen um Frauen: Mindestlohn und Alterssicherung als Thema

Wien - Frauen entscheiden die Wahl - es gibt mehr Wählerinnen als Wähler. Wohl auch aus diesem Grund widmeten sich Donnerstag Politikerinnen und Organisationen Frauenthemen. Die Arbeiterkammer (AK) forderte eine eigene Pension für jede Frau: Noch immer haben nur 60 Prozent der Frauen eine eigene Pension, 24 Prozent verfügen über eine Witwenpension und 16 Prozent erhalten keinerlei Pensionszahlung. Und die eigenen Pensionen, die Frauen haben, sind mit durchschnittlich 635 Euro nur halb so hoch wie die der Männer.

Daher verlangt Ingrid Moritz, Leiterin der AK-Frauenabteilung, die Kinderbetreuungszeiten höher zu bewerten, Versicherungslücken zu schließen und für die Frauen, denen beides wenig nutzt, die bedarfsorientierte Mindestsicherung von 630 Euro. Die Pensionsreformkommission der Regierung hat sich auch mit dem Thema eigenständige Pension für Frauen befasst - der Bericht wird aber nicht mehr vor der Wahl fertig.

SPÖ-Frauenvorsitzende Barbara Prammer hingegen konzentrierte sich auf einen anderen Lebensabschnitt und sprach sich für eine Neugestaltung des Kindergeldes aus. Vor allem für Berufstätige fordert sie Verbesserungen: Mütter und Väter sollen selbst entscheiden können, ob sie lieber kürzer in Karenz gehen und dafür ein höheres Kindergeld beziehen oder ob sie eine längere Karenzzeit mit Geldbezügen wie bisher wollen.

Die Bundessprecherin der FPÖ-Frauen, Ursula Haubner, konzentrierte sich in ihren Frauen-Forderungen auf den Verdienst: Derzeit gebe es etwa 150.000 bis 170.000 Frauen, die trotz Vollbeschäftigung weniger als 1000 Euro brutto im Monat verdienen. Haubner will dem mit der Forderung von 1000 Euro Mindestlohn Abhilfe schaffen. Besonders "einkommensschwache Gruppen wie Frauen würden vom Mindestlohn am meisten profitieren", meinte Haubner. Dieser Mindestlohn von 1000 Euro soll, wenn es nach der FPÖ geht, über einen Generalkollektivvertrag geregelt werden. (eli/DER STANDARD, Printausgabe, 18.10.2002)

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