Russland und Georgien vereinbaren Grenzkontrolle gegen Rebellen

17. Oktober 2002, 18:31
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Gemeinsame Patrouillen und ständiger Austausch von Informationen

Moskau - Russland und Georgien haben am Donnerstag einen verbesserten Schutz der gemeinsamen Grenze gegen die Übertritte tschetschenischer Rebellen vereinbart. Das in der armenischen Hauptstadt Eriwan unterzeichnete Protokoll sehe gemeinsame Patrouillen und einen ständigen Austausch von Informationen vor, meldete die Agentur Interfax. Besonders bewacht werde der etwa 180 Kilometer lange Grenzabschnitt entlang des Kaukasus-Kammes zwischen Georgien und den russischen Teilrepubliken Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan.

Moskau hatte der Führung in Tiflis vorgeworfen, die unter tschetschenischen Flüchtlingen im georgischen Pankisi-Tal versteckten Rebellen zurück nach Russland vertrieben zu haben. Georgien verwies dabei auf die Schwäche der eigenen Grenztruppen und darauf, dass auch die viel stärkeren russischen Grenztruppen die Tschetschenen nicht an Übertritten hinderten. Als Russland in dem Konflikt jedoch mit Militärschlägen drohte, stimmte der georgische Präsident Eduard Schewardnadse der verbesserten Kontrolle über die Grenze zu.

Die georgisch-russische Grenze wird auch von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht, die nach inoffiziellen Angaben nie mehr als kleine Grüppchen von Rebellen beobachtet haben. Mit Beginn des Schneefalls Mitte Oktober werden die etwa 20 möglichen Fußpfade über den Kaukasus-Kamm wieder bis zum Mai unpassierbar.(APA/dpa)

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