Mord an Bankierssohn: Tötung war nicht eingeplant

17. Oktober 2002, 18:15
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Anwalt des mutmaßlichen Täter: "Die Sache ist aus dem Ruder gelaufen"

Frankfurt - Der mutmaßliche Täter der für den Tod des Frankfurter Bankierssohns Jakob von Metzler verantwortlich gemacht wird, will die Tötung des elfjährigen Buben nicht von vornherein geplant haben. Der 27 Jahre alte Magnus G. habe zwar die Entführung, nicht aber den Tod Jakobs geplant, sagte sein Verteidiger Hans Ulrich Endres am Donnerstag nach der zweiten staatsanwaltlichen Vernehmung seines Mandanten in Frankfurt.

"Die Sache ist aus dem Ruder gelaufen. Die Tötung war nicht eingeplant, aber auch nicht völlig ausgeschlossen", sagte der Anwalt.

Motiv: Geld

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hat Magnus G. in der vierstündigen Vernehmung das Geschehen nach dem Ablegen der Leiche geschildert. "Er hat insgesamt ein Geständnis abgelegt, so dass wir jetzt wissen, was geschehen ist", sagte Oberstaatsanwalt Rainer Schilling. Als alleiniges Motiv sei immer noch die Geldbeschaffung anzunehmen. Die Erkenntnisse reichten auf jeden Fall für eine Anklage vor dem Schwurgericht.

Bereits am Montag hatte der Beschuldigte bei einer rund sechsstündigen Vernehmung gestanden, den Elfjährigen entführt und getötet zu haben. Termine für eine Anklageerhebung oder gar den Prozessbeginn könne er derzeit noch nicht nennen, sagte Schilling.

Erstickt

Magnus G. soll den ihm bekannten Jakob am 27. September auf dem Weg von der Schule nach Hause an einer Bushaltestelle entführt und in seiner Wohnung erstickt haben. Von Jakobs Eltern erpresste der 27-Jährige danach eine Million Euro Lösegeld, das drei Tage nach der Tat größtenteils in seiner Wohnung gefunden wurde. (APA/dpa)

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