Launische Teenager "Opfer" einer Umstrukturierung im Gehirn?

17. Oktober 2002, 17:50
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US-Forscher: Ab dem elften Lebensjahr büßen Kinder ihr soziales Gespür "im Sturzflug" ein

London - An den wechselnden Launen und Gemütslagen pubertierender Teenager soll US-Forschern von der San Diego State University zufolge auch der Umbau von Nervenverbindungen im Gehirn Schuld. Ungefähr ab dem elften Lebensjahr büßten Kinder ihr soziales Gespür geradezu "im Sturzflug" ein, berichtet das britische Magazin "New Scientist" über eine Studie von Neurologen um Robert McGivern.

Eine Ursache dafür sei die in diesem Alter einsetzende Neustrukturierung des Gehirns, bei der vor allem im Lobus frontalis ("Stirnhirn") etliche neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen geknüpft werden. Dabei verlören die Pubertierenden viel von ihrer Fähigkeit, die Gefühle anderer Menschen und soziale Szenarien einzuschätzen, erklärt McGivern.

Mit 18 geht's dann wieder ...

Die daraus resultierende Unsicherheit und Verwirrung in emotionalen Situationen sei ein Grund dafür, dass Teenager gereizt und launisch reagierten und das Leben häufig als "unfair" empfänden. Erst mit rund 18 Jahren erreiche das soziale Gespür wieder sein ursprüngliches Niveau, schreiben McGivern und Kollegen in ihrer im Fachjournal "Brain and Cognition" veröffentlichten Studie.

Die Hirnforscher hatten fast 300 Zehn- bis 22-Jährigen Porträts von Menschen gezeigt, deren Gesichtsausdruck beurteilt werden sollte. Kinder und Jugendliche in der Pubertät benötigten viel länger für ihre Einschätzung und machten häufiger Fehler.

Andere Faktoren

Der Umbau des Stirnhirns, in dem unter anderem moralische Erwägungen und impulsives Verhalten kontrolliert würden, sei aber nur eine der Ursachen typischen Teenager-Verhaltens, betont McGivern. Psychosoziale Faktoren wie der Prozess der Abgrenzung von den Eltern spiele hierbei eine wichtige Rolle. (APA/dpa)

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