Hussein: "Mein Sieg beim Referendum zeigt Scheitern der USA"

17. Oktober 2002, 17:12
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Abstimmung habe gezeigt, dass die Amerikaner das irakische Volk und seine "Psyche" nicht verstünden

Bagdad/Doha/Kairo - Das Referendum, das ihn für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt, zeigt nach Meinung des irakischen Präsidenten Saddam Hussein das Scheitern der US-Außenpolitik. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Kampagne (der USA für einen Angriff auf den Irak) in den vergangenen Tagen verstärkt wurde", zitierte ihn die irakische Presse am Donnerstag. Das Referendum habe aber gezeigt, dass die Amerikaner das irakische Volk und seine "Psyche" nicht verstünden. Nach offiziellen Angaben aus Bagdad hatten am vergangenen Dienstag 100 Prozent der Wähler für Saddam gestimmt.

Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarik Aziz erklärte: "Die Iraker sind wütend geworden, als sie gehört haben, dass die Amerikaner planen, (im Irak) einen US-Militärgouverneur einzusetzen". Dies wäre aus Sicht der Irakis einer große Schande. Deshalb hätten sie sich bei dem Referendum so entschlossen hinter ihren Führer gestellt.

In Washington waren in der vergangenen Woche erstmals Überlegungen bekannt geworden, wonach die US-Regierung nach einer siegreichen Invasion im Irak möglicherweise zunächst erst einmal eine Militärregierung unter US-Führung bilden will.

Der katarische Außenminister Hamed bin Jasim Al Thani bestritt, dass Saddam Hussein bei seinem Besuch in Bagdad Ende August gedroht habe, Katar zu bombardieren, falls die Amerikaner den Stützpunkt El Udeid in Katar für einen Angriff auf den Irak nutzen sollten. Dies war von mehreren arabischen Zeitungen berichtet worden. In einer Sendung des in Katar ansässigen arabischen TV-Nachrichtenkanals Al Jazeera sagte Bin Jasim, er habe dem irakischen Präsidenten damals lediglich nahe gelegt, die UNO-Waffenkontrolleure wieder ins Land zu lassen.

Er betonte außerdem, El Udeid sei keineswegs die einzige US-Militärbasis in der Region. Die Medienberichte konzentrierten sich nur deshalb auf den Stützpunkt in der Nähe der katarischen Hauptstadt Doha, da die Führung des Landes offener als andere Herrscher am Golf über ihr Verteidigungsabkommen mit den USA informiere.(APA/dpa)

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