European Homecare verschafft den "nötigen Überblick"

17. Oktober 2002, 16:37
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Laut Innenministerium übernimmt die Firma zunächst 110 chancenlose Fälle

Wien - Das vom Innenministerium mit der Rückkehrberatung von Asylwerbern beauftragte deutsche Privatunternehmen "European Homecare" betont seine Erfahrung auf diesem Gebiet. Die Migrationsberatung stelle einen Schwerpunkt der Tätigkeiten der Firma da. Einen Schwerpunkt setzt man laut der sehr allgemein gehaltenen Stellungnahme bei Gruppenberatungen. "European Homecare" soll nach Angaben des Innenministeriums vom Donnerstag zunächst die Beratung und Betreuung von bis zu 110 als chancenlos für eine Anerkennung geltenden AsylwerberInnen übernehmen. Das Unternehmen erhält für seine Beratungstätigkeit im Flüchtlingswesen eine monatliche Pauschale von 55.000 Euro erhält. Die angegebenen Gesamtkosten von rund 100.000 Euro ergäben sich unter anderem daraus, dass von Seiten des Bundes auch Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen oder renoviert werden müssten. Zudem seien ja die Rückkehr-Tickets für die heimkehrenden AsylwerberInnen zu finanzieren.

Verantwortlichkeiten von European Homecare

Wie der Sprecher von Innenminister Ernst Strasser (V) betonte, seien die Einsatzteams des deutschen Unternehmens vor allem mit der Aufgabe betraut worden, eine Rechtsberatung der Asylsuchenden durchzuführen. Überdies sollen sie für die Unterbringung und Verpflegung der Flüchtlinge während einer Woche aufkommen. Für Schlafmöglichkeiten werde im Raum Traiskirchen gesorgt, allerdings nicht innerhalb der Bundesbetreuung, also des Flüchtlingsheims. Das Projekt ist vorerst bis Mitte Jänner befristet.

Die Heimkehr soll nach dem schon bei Kosovo-Albanern angewandten Modell abgewickelt werden. Die aus der Bundesbetreuung entlassenen Betroffenen waren in den letzten Wochen freiwillig unter Bezahlung des Tickets und mit einem kleinen Taschengeld ausgestattet nach Jugoslawien zurückgeflogen worden.

Der nötige Überblick über die individuelle Situation

"European Homecare" betont in dem Schreiben, die Beratung enthalte allgemeine Informationen zum Asylverfahren und zur bestehenden Möglichkeit einer "unterstützten, freiwilligen Rückkehr". Die Beratung solle den Menschen als Entscheidungshilfe dienen, "die objektiv und umfangreich ein klares Bild und den nötigen Überblick über die individuelle Situation ermöglicht". "European Homecare" zeige "frei von Druck" Perspektiven auf und biete Unterstützung an.

Entscheide sich die betroffene Person zu einer freiwilligen Rückreise, helfe das Unternehmen durch nötige Koordination und Organisation "zur Realisierung dieser Entscheidung". Um die Arbeit professionell ausführen zu können, verfüge man über erfahrenes und geschultes Personal, das zudem über den kulturellen Hintergrund und die sprachlichen Fähigkeiten verfüge, um Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern ein optimaler Ansprechpartner zu sein. (APA)

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