AMG will Exklusivität bewahren

17. Oktober 2002, 14:36
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Mercedes-Veredler meldet Absatzrekord - Verkaufszahlen 2001 um 60 Prozent gestiegen

Affalterbach - Immer mehr Mercedes-Käufer lassen ihre Autos mit den Motoren und dem Design der Triebwerks- und Rennsportschmiede AMG ausstatten. Das exklusive Image der 1999 in den DaimlerChrysler-Konzern integrierten Marke sieht Mercedes-Vorstandschef Jürgen Hubbert durch den Boom aber nicht in Gefahr.

Allein im vergangenen Jahr seien die Verkaufszahlen bei AMG um 60 Prozent auf den Rekordwert von 18.700 Einheiten gestiegen, sagte Hubbert am Mittwochabend in Affalterbach bei Ludwigsburg und nannte damit zum ersten Mal Zahlen für den vor 35 Jahren gegründeten Motoren-Veredler. AMG habe mit inzwischen 17 Modellen 428 Millionen Euro Umsatz und eine "sehr hervorragende Rendite" erwirtschaftet. "Wir sind damit erstmals wirklich Wettbewerber von Porsche. Das war gar nicht unsere Absicht", sagte der Mercedes-Chef.

Nachfrage aus Kapazitätsgründen kaum bedienen können

In diesem Jahr werde der Absatz zwar nur die Größenordnung des Vorjahres erreichen, der Umsatz werde wegen der Einführung der AMG-Version des teureren SL jedoch steigen, sagte Hubbert.

Vor der Übernahme der Mehrheit durch Mercedes hatte AMG die Nachfrage aus Kapazitätsgründen kaum bedienen können. Bis Ende 2001 wurde die E-Klasse noch komplett in der Manufaktur in Affalterbach gefertigt, inzwischen liefert AMG nur noch die von Hand zusammengebauten Motoren an die Mercedes-Bänder in Bremen, Sindelfingen und Tuscaloosa. Zehn Prozent seines Umsatzes erzielt AMG durch den Umbau von Mercedes-Serienfahrzeugen zu Unikaten. "Das geht von vergoldeten Zierleisten bis zur Kombi-Variante der S-Klasse", sagte Geschäftsführer Ulrich Bruhnke.

Exklusivität nicht gefährdet

Die Exklusivität der Neben-Marke sieht Hubbert durch den Verkaufs-Boom nicht gefährdet. Noch trügen erst 1,5 Prozent aller Mercedes-Fahrzeuge den Schriftzug von AMG. "Da kann man sich auch vorstellen, dass es zwei Prozent werden", sagte er. Für den ersten Dieselmotor von AMG, der im Februar 2003 auf den Markt kommt, wurde die Produktion zuletzt für 20 Mill. Euro erweitert. 80 bis 100 Motoren werden dort täglich gebaut.

AMG war vor 35 Jahren als Veredelungs-Werkstatt gegründet worden und hatte sich von Anfang an auf Mercedes spezialisiert. Seit 1990 werden die Fahrzeuge mit bis zu 500 PS über die Niederlassungen und Händler von Mercedes verkauft. Vor drei Jahren verkaufte Mitgründer Hans-Werner Aufrecht 51 Prozent der Anteile an Mercedes und konzentriert sich seitdem auf den Bau von Rennsport-Fahrzeugen. Bis 2009 wird DaimlerChrysler der Vereinbarung zufolge auch die restlichen 49 Prozent übernehmen.(APA/Reuters)

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