Bell Labs steigert UMTS-Übertragungsrate auf 19,2 Mbps

17. Oktober 2002, 14:06
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Technologie nutzt mit mehreren Antennen Frequenzband effizienter aus

Die Bell Labs haben nach eigenen Angaben zwei Chip-Prototypen entwickelt, die Handys einen sieben Mal schnelleren Zugriff auf das Internet erlauben sollen als bisher theoretisch möglich war. Die beiden Chips beruhen auf der BLAST-Technologie des Forschungsarms von Lucent und sollen eine theoretische Übertragungsgeschwindigkeit von 19,2 Mbps ermöglichen. Die gegenwärtige 3G-Technolgie erlaubt theoretisch einen Höchstwert von 2,5 Mbps. Nach Darstellung der Bell Labs eignen sich die zwei Chips, einer für den Empfang des Signals und der andere für das Decodieren, wegen ihrer geringen Größe und ihrem niedrigen Stromverbrauch für den Einsatz in tragbaren Geräten.

Antennen am Empfangsgerät und der Basisstation

BLAST (Bell Labs Layered Space-Time) benutzt mehrere Antennen am Empfangsgerät und der Basisstation. "Wir glauben, dass unsere Chips weltweit die ersten sind, die in Handys mit vier Antennen verwendet werden können. Damit sind sie auch die ersten, die diese hohen Übertragungsraten ermöglichen", erklärte Ran Yan, Vice President Wireless Research in den Bell Labs. Die Technologie nutzt den Umstand, dass Funksignale in der Regel nicht direkt vom Sender zum Empfänger übertragen werden, sondern auf ihrem Weg mehrmals reflektiert und gestreut werden. Bisher wurde die Ansicht vertreten, dass für einen guten Empfang mehrere Sender daher unterschiedliche Frequenzbänder benutzen müssen, ansonsten wird die Interferenz zwischen den Sendern zu stark.

In mehreren parallelen "Sub-Streams" oder Kanälen

Bei BLAST nutzen dagegen mehrere Sender die selbe Frequenz. Der Datenstrom wird dabei in mehreren parallelen "Sub-Streams" oder Kanälen übertragen. Beim Empfänger wird wiederum jeder der Sub-Streams von einer eigenen Antenne empfangen. Damit wird das vorgegebene Frequenzband effizienter ausgenutzt, wobei die Übertragungsleistung grob in Proportion mit der Anzahl der Antennen wachsen soll. Die Technologie wurde von einem Lucent-Team in New Jersey erfunden. Die Wissenschafter erkannten, dass sie mit mehreren Antennen mehr Informationen im selben Frequenzband übertragen können. Indem sie die gestreuten Signale einer Übertragung dabei als Sub-Channel nutzten, konnten sie gleichzeitig den Empfang verbessern.

Nach Angaben von Lucent ist das System besonders für 3G-Netzbetreiber interessant. In Kombination mit der bestehenden Infrastruktur werden so höhere Übertragungsraten bei größeren Benutzerzahlen als bisher ermöglicht. Lucent will das System in Lizenz an Hersteller von Netzwerk-Infrastruktur und Mobilfunkgeräten vergeben. (pte=

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