Ein Toter nach Einsatz von Schädlingsbekämpfungs - Mittel in Kirche in Bayern

17. Oktober 2002, 20:42
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Zehn Menschen wurden verletzt - Mittel sollte Holzwürmer in Heiligenfiguren bekämpfen

Ursensollen - Durch den Einsatz eines giftigen Schädlingsbekämpfungsmittels in einer oberpfälzischen Kirche sind in der Nachbarschaft ein Mann getötet und zehn weitere Menschen schwer verletzt worden. In der Dorfkirche von Ursensollen (Landkreis Amberg- Sulzbach) hatte eine Firma aus Oberbayern Heiligenfiguren und die Innenausstattung mit einer Chemikalie begast, um Holzwürmer zu bekämpfen.

Wohnhaus war mit der Kirche verbunden

Ein 39 Jahre alter Familienvater aus einem angrenzenden Haus, das durch einen Gang mit der Kirche verbunden ist, sei einen Tag nach Beginn der Arbeiten in einer Klinik an den giftigen Dämpfen gestorben, sagte Polizeisprecher Oswald Ertl am Freitag. Die drei Jahre jüngere Ehefrau sowie die drei zehn bis 14 Jahre alten Kinder wurden auf die Intensivstation des Krankenhauses gebracht. Später musste eine weitere Familie aus einer anderen Wohnung ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Lungenödemen

Insgesamt würden zehn Menschen wegen Vergiftungssymptomen behandelt, erklärte Ertl. Das chemische Mittel aus der Kirche könne noch nach Tagen zu tödlichen Lungenödemen führen. Gegen den Unternehmer, der das Gas in der Kirche eingesetzt hatte, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Experten sollen nun klären, ob die Arbeiten fachgerecht ausgeführt wurden.

Nach Einschätzung der Behörden besteht für die anderen Bewohner der Häuser in der Nähe der Kirche keine Gefahr mehr. Messungen in der Umgebung hätten ergeben, dass es keinen besondere Konzentration des Schädlingsbekämpfungsmittels mehr gibt. (APA/dpa)

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