Facharbeiter wechseln oft die Branche

18. Oktober 2002, 12:01
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Unzufriedenheit mit dem erlernten Beruf stellt sich relativ bald ein

Linz - Jeder fünfte junge Facharbeiter verlässt relativ bald nach dem Abschluss der Lehre seine Berufssparte und wechselt in eine andere Branche. Dies ergab eine von der oberösterreichischen Arbeiterkammer veröffentlichte IFES-Studie. "Karriere mit Lehre" stimmt offensichtlich nur bedingt.

Der Studie zugrunde liegen Befragungen von 400 Lehrabsolventen der Jahrgänge 1997 und 1998 im heurigen Sommer in Oberösterreich . Junge Fachkräfte, die schon einige Zeit im Berufsleben standen. Dabei ergab sich, dass nur 67 Prozent in ihrem erlernten Beruf geblieben sind, 13 Prozent waren in einen verwandten Beruf gewechselt. Vor allem aber - so hebt die Arbeiterkammer hervor - hatten sich 20 Prozent eine völlig neue Berufssparte gesucht.

Am ehesten wechselten die Lehrabsolventen aus "überlaufenen" Berufen wie zum Beispiel Einzelhandelskaufmann oder Kfz-Mechaniker und vor allem Friseur.

Als Hauptgrund für den Ausstieg aus der erlernten Branche wurden die "geringen Verdienstchancen" genannt, gefolgt von den "fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten" und dem Mangel an freien Stellen.

Auch rückblickend werde dieses Ergebnis bestätigt, so erläuterte die Arbeiterkammer: Jeder fünfte der Befragten sagte, er hätte von vornherein lieber einen anderen Beruf erlernt, der ihm "besser gefallen" oder bei dem er sich ein höheres Einkommen erwartet hätte.

Für Arbeiterkammer-Präsident Hubert Wipplinger ergibt sich daraus die Forderung nach noch besserer Information der Schulabgänger über die Aussichten in den jeweiligen Lehrberufen. An die Wirtschaft richtete Wipplinger den Appell, die Lehrlingsausbildung in zukunftsträchtigen Berufen zu forcieren. Wipplinger: "Wenn die Wirtschaft Fachkräfte will, dann muss sie diese auch ausbilden". (APA/red)

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