Hochwasser-Entschädigung: AKNÖ kritisiert Versicherungen

17. Oktober 2002, 20:40
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Konsumentenschützer erhoben Einzelfälle, wo nur Teile der rechtmäßigen Schadenssumme ausbezahlt wurden

Wien - Das verheerende Hochwasser hat in Niederösterreich großen Schaden angerichtet. Umso glücklicher können sich da jene Betroffenen schätzen, die eine Versicherung abgeschlossen hatte. Sollte man glauben. Denn Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) haben nun Einzelfälle erhoben, wo Versicherungen nur einen kleinen Teil der rechtmäßigen Schadenssumme ausbezahlten.

Keine Einzelfälle

Konkret handelt es sich dabei um zwei Versicherte, die lediglich 7.267 Euro erhielten, obwohl ihnen laut Polizze 50.870 bzw. 36.300 Euro zugestanden wären. "Wir befürchten, dass es sich hier um keine bedauerlichen Einzelfälle handelt. Gerade im Raum Kamptal dürfte es noch viele Betroffene geben", so AKNÖ-Konsumentenschützer Günther La Garde.

Nach Überprüfung der Unterlagen stellten Rechtsexperten der AKNÖ fest, dass die Versicherungsnehmer sehr wohl die volle Summe erhalten hätten müssen. Umso verwunderlicher die Reaktion der Versicherungen, die sich in beiden Fällen unnachgiebig zeigten. La Garde ist bestürzt: "Die Konsumenten werden da von den Versicherungen im Notfall hilflos stehen gelassen."

Die AKNÖ hat nun angekündigt, im Rahmen des Konsumenten-Rechtsschutzes entsprechende Schritte einzuleiten, sollte es zu keiner außergerichtlichen Einigung mit den Versicherungsunternehmen kommen. Vertreter der Arbeiterkammer werden in den kommenden Tagen in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten ihr Know-how in Sachen Steuerbegünstigungen kostenlos zur Verfügung stellen. (APA)

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