Gesundheitskosten steigen mit Alterung der Gesellschaft

17. Oktober 2002, 09:54
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IHS-Studie: Zwischen 2000 und 2050 von 5,6 Prozent auf acht Prozent des BIP

Wien - Eine Studie die Instituts für Höhere Studien (IHS) hat nun mit Zahlen belegt, was allgemein angenommen wird: Der steigende Anteil älterer Menschen an der Gesellschaft wird die Gesundheitsausgaben deutlich wachsen lassen. Die Ausgaben für Akutversorgung werden sich bis 2050 um etwa ein Drittel erhöhen, jene für Langzeitversorgung mehr als verdoppeln. Insgesamt steigen die Ausgaben für Akut- und Langzeitversorgung zwischen 2000 und 2050 von 5,6 Prozent um 2,4 Prozentpunkte auf acht Prozent des BIP.

Für die Altersgruppe 80+, die vier Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, werden derzeit elf Prozent der Gesundheitsausgaben aufgewendet. Die 84 Prozent der Bevölkerung zwischen null und 64 Jahren verbraucht 61 Prozent der Ausgaben. Bis zum Jahr 2050 wird der Ausgabenanteil für die jüngere Altersgruppe auf 42 Prozent sinken, während er sich für die über 80-Jährigen auf 26 Prozent mehr als verdoppeln wird.

Etwa im EU-Durchschnitt

Mit der Gesamt-Steigerung von 2,4 Prozentpunkten bis 2050 liegt Österreich etwas über dem gewichteten EU-Durchschnitt. Der Zuwachs bei der Langzeitversorgung von 0,7 auf 1,6 Prozent des BIP liegt im EU-Schnitt. Dass Österreich in dieser Studie insgesamt zu den Ländern - wie Belgien, Frankreich, Irland oder Italien - gezählt wird, die vergleichsweise wenig für die Langzeitversorgung ausgeben, liegt auch an der Berechnungsmethode: Das IHS konnte hier als Ausgaben nur das Bundespflegegeld heranziehen, weil es keine Trennung zwischen stationärer Akut- und Langzeitversorgung gibt.

Die Ausgaben für die Akutversorgung werden in Österreich von 4,9 Prozent auf 6,4 Prozent des BIP wachsen, im EU-Schnitt rechnet man mit einem Zuwachs von 1,3 Prozentpunkten zu den derzeitigen 5,3 Prozent. Die Steigerungsraten reichen in der EU von 0,7 Prozentpunkten (Dänemark) bis zu 2,3 Punkten (Irland); für das Jahr 2050 werden zwischen 5,6 und 8,2 Prozent des BIP prognostiziert. Irland, Frankreich und Deutschland - schon jetzt in der Spitzengruppe - erreichen die höchsten Quoten mit etwa acht Prozent. Unterdurchschnittlich werden sich laut der Studie die Ausgaben der Schlusslichter 2000 - Großbritannien, Finnland und Niederlande - erhöhen.

Das IHS hat den bisher in Österreich kaum erforschten Zusammenhang zwischen Bevölkerungsalterung und Gesundheitsausgaben im Auftrag des Gesundheitsministeriums im Rahmen eines EU-Projektes untersucht. Die Alters-Ausgaben-Profile wurden aus den öffentlichen Ausgaben für Krankenanstaltenversorgung, ärztliche Hilfe und gleich gestellte Leistungen sowie Heilmittel berechnet; für die Langzeitversorgung wurde das Bundespflegegeld herangezogen. (APA)

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