Jim Rogers setzt wieder auf Wien

17. Oktober 2002, 09:45
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Börsenguru: Wien soll in den nächsten zehn Jahren europaweit am Besten performen - "Andere Börsen bluten, Wien leidet bloß"

Wien - Die Wiener Börse wird in den nächsten zehn Jahren der am besten performende Aktienmarkt in Europa sein. Das sagte der US-Börsenguru Jim Rogers am Mittwochabend bei seinem Vortrag anlässlich der Börse-Preis-Verleihung 2002 in Wien.

Rogers wurde erstmals 1985 bekannt, als er durch einen Artikel die Wiener Börse "wach küsste" und ihr zu neuen Rekordständen verhalf. Die letzten drei Mal, die er auf seinen Weltreisen in Wien Zwischenstation machte - zuletzt im Jänner 2000 -, riet er dagegen immer davon ab, in österreichische Aktien zu investieren.

Meinungsänderung

Nun habe sich in Gesprächen mit Experten und Regierungsbeauftragten seine Meinung geändert. Hinsichtlich der europäischen Kapitalmärkte sei er für die nächste Dekade nur für Österreich optimistisch gestimmt.

Als Hauptgrund für seinen "Gesinnungswandel" nannte Rogers die von der österreichischen Regierung forcierte Abfertigung neu und das private Altersvorsorgemodell. Diese würden auf den heimischen Kapitalmarkt "dramatische Auswirkungen" haben. Kein anderes EU-Land habe Ähnliches.

"Andere Börsen bluten, Wien leidet bloß"

Laut Finanzminister Karlheinz Grasser (F), der heute ebenfalls als Sprecher fungierte, werde dem heimischen Kapitalmarkt durch die Abfertigung neu und das private Altersvorsorgemodell in den nächsten zehn Jahren 2,8 Mrd. Euro zugeführt.

"Andere Börsen bluten, Wien leidet bloß", meinte Rogers. Neben österreichischen Aktien rät Rogers, wie schon anlässlich seiner letzten Besuche in Wien, in Rohstoffe sowie in die Länder China, Australien, Neuseeland, Kanada und etwa Bolivien zu investieren. Nur japanische Aktien findet Rogers ebenfalls interessant.

Generell erwartet sich Rogers eine längere Periode, in der die internationalen Aktienmärkte nicht gut performen werden. Derzeit hätten Rohstoffe eine gute Chance, auch angesichts des drohenden Krieges der USA gegen den Irak.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Archivbild des amerikanischenWirtschaftsexperten Jim Rogers vom 11.März1997

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