Geldstrafe gegen Arthur Andersen verhängt

17. Oktober 2002, 09:33
posten

Wirtschaftsprüfer hatte Unterlagen zu Enron vernichtet

Houston - Ein Gericht in Houston im US-Bundesstaat Texas hat das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Arthur Andersen im Zusammenhang mit der Pleite des US-Energieriesen Enron zu einer Geldstrafe von 500.000 Dollar (510.000 Euro) verurteilt. Außerdem verhängte das Gericht eine fünfjährige Bewährungsfrist gegen das einstige Riesenunternehmen. Bereits im Juni war Andersen für schuldig befunden worden, Ende vergangenen Jahres tonnenweise Akten seines früheren Kunden Enron vernichtet und so die Ermittlungen über die Geschäftspraktiken bei dem Pleite gegangenen Energieriesen behindert zu haben. Die Enron-Pleite war die größte Firmenpleite der US-Geschichte.

Das Urteil der Richterin in Houston hat für Andersen keine große Bedeutung, da die Firma seit der Verurteilung im Juni ohnehin von der Wirtschaftsprüfung börsennotierter Unternehmen ausgeschlossen ist. Seine Kunden hat Andersen mittlerweile zum großen Teil an Mitbewerber verloren. Bis zur Enron-Affäre war Andersen die fünftgrößte Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberaterfirma der Welt. Der Imageverlust durch den Skandal hat jedoch dazu geführt, dass Andersen den größten Teil seines Auslandsgeschäfts aufgeben und auch innerhalb der USA drastische Einschnitte vornehmen musste.(APA)

Link

Andersen

Share if you care.