Zwei Bombenanschläge auf den Philippinen

17. Oktober 2002, 12:13
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Sprengsätze detonierten in Einkaufszentren - Fünf Tote - Mehr als 100 Verletzte

Zamboanga/Philippinen - In der südphilippinischen Stadt Zamboanga sind innerhalb kurzer Zeit zwei Bomben in Einkaufszentren explodiert. Mindestens fünf Menschen wurden getötet und mehr als 100 weitere verletzt, wie die Behörden erklärten. Rettungskräfte rasten zum Unglücksort, die Polizei sperrte die Innenstadt ab. Zwei weitere Sprengsätze wurden entdeckt und kontrolliert zur Explosion gebracht. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verurteilte den Terroranschlag.

Die Bomben waren im Eingangsbereich der Einkaufszentren versteckt und wurden im Abstand von einer halben Stunde gezündet, erklärte die Polizei. Alle Geschäfte in der Innenstadt von Zamboanga wurden geschlossen. Die Stadt hat etwa 600.000 Einwohner, die meisten von ihnen katholische Christen. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen, der Verdacht fiel jedoch auf die Moslemorganisation Abu Sayyaf, der Verbindungen zur El Kaida vorgeworfen werden. Die Gruppe hatte aus Vergeltung für die anhaltenden Militäraktion gegen sie mit Terroranschlägen gedroht.

Kritik

Polizeichef Mario Yanga kritisierte die Kaufhäuser. Diese hätten in der jüngsten Zeit viele Lektionen erteilt bekommen, ihre Sicherheitsvorkehrungen seien jedoch immer noch mangelhaft. Die Anschläge wurden während der Befehlsübergabe an den neuen Chef des Südkommandos der Streitkräfte verübt, General Narciso Abaya. Vor zwei Wochen wurden in Zamboanga bei einem Bombenanschlag vier Menschen getötet, darunter ein US-Soldat. Die Behörden machten die Abu Sayyaf für die Tat verantwortlich.

Das philippinische Militär verurteilte den Anschlag als "terroristischen Akt", machte aber keine Angaben zu den möglichen Tätern. Die Armee werde "der Sache auf den Grund gehen", sagte Generalleutnant Narciso Abaya. Die Bürgermeisterin von Zamboanga, Maria Clara Lobregat, sprach von einer "fürchterlichen Tragödie".

Anfang Oktober hatten mutmaßliche Mitglieder der moslemischen Rebellenbewegung Abu Sayyaf bei einem Bombenanschlag in Zamboanga vier Menschen getötet, darunter auch einen US-Soldaten. Acht Tage später wurden bei der Explosion einer weiteren Bombe an einem Busbahnhof von Kidapawan sechs Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden inzwischen zwei Männer unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Einer der beiden sei von Augenzeugen als Bombenleger identifiziert worden. Den Angaben zufolge sind mindestens zwei weitere Verdächtige noch auf der Flucht. (APA/AP)

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