"Leuchtturm des Wissens und der Zivilisation"

16. Oktober 2002, 22:20
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Neue Bibliothek von Alexandria feierlich eröffnet

Kairo/Alexandria - Der ägyptische Präsident Mubarak hat am Mittwoch in der Hafenstadt Alexandria die neue Bibliotheca Alexandrina eröffnet. Das 220 Millionen US-Dollar teure Gebäude soll nach dem Willen der Ägypter zeigen, dass das Land der Pharaonen bis heute ein "Leuchtturm des Wissens und der Zivilisation" ist. Zur Eröffnungszeremonie kamen Staatsgäste aus mehreren Ländern und etliche Nobelpreisträger.

Mubarak sprach am Mittwoch von einer "Wiederauferstehung" der alten Bibliothek, der von Ptolemaios I. (305-283 v. Chr.) nur 100 Meter vom heutigen Standort entfernt errichteten berühmten Bibliotheca Alexandrina. In dieser war einst auf Schriftrollen das Wissen der Antike versammelt. Einige Jahrhunderte nach ihrer Gründung ging das Gebäude bei kriegerischen Auseinandersetzungen in Flammen auf, wobei die Historiker die "Schuldfrage" bis heute nicht zweifelsfrei klären konnten.

Wegen der explosiven politischen Lage in Nahost hatte die ägyptische Regierung die Eröffnung der Bibliothek mehrfach verschoben. Auch die zum Teil gewaltsamen anti-israelischen Studentenproteste in Alexandria im Frühjahr dieses Jahres dürften bei der Entscheidung über die Verschiebung eine Rolle gespielt haben.

Nach Angaben der UNESCO, der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kunst, sind in der Bibliothek, die eines Tages acht Millionen Bücher fassen soll, bislang erst 240.000 Bücher vorhanden. Ägypten rechnet allerdings noch mit Schenkungen aus dem Ausland. Auch an der Finanzierung des Neubaus hatten sich ausländische Regierungen und Organisationen beteiligt. Der neue, Aufsehen erregende Bau mit dem silbrigen Schrägdach und der grauen Granit-Fassade wurde nach einem Entwurf des norwegischen Architekten-Büros Sonhetta errichtet. (APA/dpa)

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