7.000 Euro bedingte Geldstrafe für "Unsere Klestils"-Autor Hofbauer

17. Oktober 2002, 17:07
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Richter: "Frage einer Abtreibung hat mit dem öffentlichen Leben nichts zu tun"

Wien - "Es kann nicht sein, dass es einen gläsernen Politiker gibt, der einfach Freiwild für jeden Buchautor ist", meinte Staatsanwalt Michael Klackl am Donnerstag im Prozess gegen Ernst Hofbauer. Dieser hatte in seinem Buch "Unsere Klestils" ein altes Gerücht aufgegriffen, wonach Bundespräsident Thomas Klestil seine spätere zweite Ehefrau Margot Löffler-Klestil zu einer Abtreibung in die Niederlande geschickt haben soll. Deswegen wurde der 61-Jährige nun wegen übler Nachrede zu einer Geldbuße von 7.000 Euro (100 Tagessätze a 70 Euro) verurteilt, die ihm Richter Bruno Weis unter Setzung einer dreijährigen Probezeit bedingt nachsah.

"Die Frage einer Abtreibung hat mit dem öffentlichen Leben überhaupt nichts zu tun", stellte der Richter in der Urteilsbegründung fest. Die Verteidigung hatte damit argumentiert, auch der höchstpersönliche Lebensbereich des Staatsoberhaupts sei von öffentlichem Interesse und Klestil wäre von sich aus mit seinem Privatleben in die Öffentlichkeit gegangen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Hofbauer bat um drei Tage Bedenkzeit. (APA)

  • Der umstrittene Autor Ernst Hofbeuer bei der Präsentation seines Buchs "Das Waldheim-Komplott"

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