Berlusconi spricht sich für französischen Resolutions-Entwurf aus

16. Oktober 2002, 22:08
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"Hussein hatte Zeit, alle Massenvernichtungswaffen zu zerstören"

Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich im Streit um eine neue Irak-Resolution des UNO-Sicherheitsrats für den französischen Vorschlag eines zweistufigen Vorgehens ausgesprochen. "Realistisch gesehen" gebe es dazu keine Alternative, sagte Berlusconi am Mittwoch nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Russland lehnt wie Frankreich die von Washington geforderte automatische Androhung von militärischer Gewalt in einer neuen Resolution ab.

Praktischer sei zwar eine einzige Resolution, die eine Drohung im Falle irakischen Widerstands beinhalte, wurde Berlusconi von italienischen Medien zitiert. Die Positionen der Vetomächte Frankreich, Russland und China könnten aber nicht ignoriert werden. Überraschung löste Berlusconi mit seiner Einschätzung aus, in Irak gebe es keine Massenvernichtungswaffen mehr. Der italienische Ministerpräsident zeigte sich "persönlich davon überzeugt, dass es heute keine Massenvernichtungswaffen mehr in Irak gibt, weil er die Zeit hatte, sie zu zerstören oder wegzuschaffen". Bisher galt Berlusconi als Verfechter der harten Linie von US-Präsident George W. Bush gegenüber Irak. (APA)

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