Niedrige Flughöhe mindert Klimabelastung

16. Oktober 2002, 20:15
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Kondensstreifen sind ebenso Schuld wie Kohlendioxid

London - Langstrecken-Jets könnten dem Klima nach Ansicht britischer Forscher die Hälfte der Belastung ersparen, wenn sie etwas tiefer fliegen würden. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Nr. 2365, S.6). Grund sind die Kondensstreifen der Flugzeuge, die nach Berechnungen des UN-Klimarats IPCC ebenso viel zur Klimaerwärmung beitragen wie das Kohlendioxid (CO2) aus den Triebwerken. Der zu Eispartikeln gefrierende Wasserdampf reflektiert von der Erde abgestrahlte Wärme und trägt so zum Treibhauseffekt bei.

Die Kondensstreifen ließen sich nach Ansicht der Forscher um Robert Noland vom Londoner Imperial College vollständig vermeiden, wenn die Jets je nach Wetter nur 7,3 bis 9,5 statt zehn Kilometer hoch flögen. Der Treibstoffverbrauch durch den stärkeren Luftwiderstand in niedrigerer Höhe steige dabei nur um vier Prozent.

Dutzende Kilometer lang

Kondensstreifen können sich auf mehrere Kilometer Breite ausdehnen und dutzende Kilometer lang sein. Sie tragen den Untersuchungen zufolge so stark zur Erderwärmung bei wie der gesamte Kohlendioxid- Ausstoß seit Beginn der Luftfahrt. Bereits 0,1 Prozent des Himmels seien von Kondensstreifen bedeckt. Bis zum Jahr 2050 könnte sich die Fläche auf 0,5 Prozent erhöhen.

Die Empfehlung zu niedrigeren Flughöhen sieht Klimaforscher Ben Matthews von der Katholischen Universität Leuven (Belgien) jedoch kritisch. Kurzfristig lasse sich in den Ländern, über die viele Flugrouten führten, wohl eine Verbesserung erzielen, langfristig könne es aber wegen des größeren Benzinverbrauchs der Flugzeuge zu einer stärkeren Erwärmung in den Entwicklungsländern kommen, fürchtet er. (APA)

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