Siemens schließt 20 Rechenzentren

17. Oktober 2002, 12:04
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Standort Wien bekommt mehr E-Business

Vor einem Jahr hat sich der Elektronikkonzern Siemens eine Internet-Kur "E-Excellence" verordnet, nun entfaltet diese ihr Wirkung: Von 22 in Europa betriebenen Rechenzentren bleiben nur die zwei modernsten übrig: Wien und Fürth (Deutschland). Diese beiden werden alle Europa-Töchter servicieren und einheitliche Marktplätze einrichten, auf denen die Siemens-Kundschaft einfacher elektronisch einkaufen kann, kündigte Friedrich Fröschl, der oberste IT-Stratege des Konzerns, am Mittwoch an.

Madrid, Den Haag und Wien

Eine starke Zentralisierung erfolgt auch bei der bis dato sehr fragmentierten EDV-Systemlandschaft. Die Anwendungen sollen statt in 19 nur mehr in drei so genannten Applikationszentren gesteuert werden, und zwar in Madrid, Den Haag und Wien.

Regionalverantwortung

Für die Siemens AG Österreich bedeutet dies eine Aufwertung und Absicherung diverser Bereiche, etwa des konzerneigenen Softwarehauses PSE mit seinen 3500 inländischen und 1500 im Ausland tätigen Mitarbeitern. Dies deshalb, weil Wien neben seiner Regionalverantwortung für Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien Herzegowina und Jugoslawien für zwölf Länder als E-Business-Betreuungscenter fungiert. Alle 30 Marktplätze, die künftig auf Wiener Rechnern laufen, werden dies mit einheitlicher Software tun, sagte Siemens-Österreich-Generaldirektor Albert Hochleitner.

Kosten

Harmonisierung kostet, aber die 27 Mio. Euro sollen sich in Europa binnen fünf Jahren mehr als rentieren. Da Siemens weltweit jährlich fünf Prozent seines Umsatzes (87 Mrd. EURO) in Infotechnologie investiert, sei bis 2005 eine Ersparnis von einem Prozentpunkt realistisch, so Fröschl. (DER STANDARD Printausgabe)

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