Ein Flakturm ist doch kein Basar

16. Oktober 2002, 19:57
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Bauressort dementiert Junktim zwischen Grundstücksdeal und Flakturmbebauung

Wien - Es ist natürlich alles ganz anders. Davon, dass man seitens der Stadt versuche, einen Hotelier davon abzuhalten, sein Baurecht auf dem Flakturm im Esterházypark wahrzunehmen, und ihm dafür - quasi im Abtausch - Grundstücke anbiete, kann keine Rede sein. Das betont das Büro des für Grundstücksfragen zuständigen Stadtrates Werner Faymann (SP).

Dass - DER STANDARD berichtete - ebendies von zwei Bezirksvorstehern (SP und Grüne), Mitarbeitern des Planungsstadtrates und dem Hoteldirektor so wahrgenommen wird, verwundert im Büro von Werner Faymann: Für "Basar-Deals" (Christoph Chorherr, Grüne) fehle die Rechtsgrundlage, erklärt ein Sprecher: "Wir können und wollen niemanden abhalten, sein Baurecht wahrzunehmen."

Bunker in Mariahilf mit einem 20 Meter hohen Glaskubus

Konkret geht es darum, dass Raimund Wimmer, Direktor der Arcotel-Hotelgruppe, dazu gebracht werden soll, den Bunker in Mariahilf nicht mit einem 20 Meter hohen Glaskubus zu überbauen. Stattdessen wird dem Hotelier derzeit - es gab mehrere Offerte - ein Grundstück in der Kandlgasse (7. Bezirk) angeboten. Die Verhandlungen laufen.

Wimmer betont, er habe seinerzeit auf Wunsch des 6. Bezirkes das Flakturmprojekt (nach Plänen von Wilhelm Holzbauer) entwickelt. "Wenn man über einen Verzicht redet, muss man auch über unsere Kosten reden." Diese beliefen sich auf 730.000 Euro.

Im Faymann-Büro sieht man das anders: "Wir verhandeln über einen normalen Grundstücksverkauf - von einem Junktim oder gar einem Anbot unter dem Verkehrswert kann keine Rede sein."

Zuvor hatten Beamte des Planungsressorts den Deal, der natürlich nur zufällig mit dem Bauverzicht verbunden wird, lange vorbereitet - und unken nun: "Das wird die Stadt eine Stange Geld kosten - und sollte möglichst unter der Decke abgewickelt werden." (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe 17.10.2002)

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