"Wiener Erklärung" pro Erweiterung

16. Oktober 2002, 19:20
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Sozialpartner aus fünf Ländern

Wien - In einer "Wiener Erklärung" zur EU-Erweiterung haben sich die Sozialpartnerpräsidenten Österreichs, Ungarns, Tschechiens, Sloweniens und der Slowakei auf Eckpfeiler der geplanten grenzüberscheitenden Zusammenarbeit geeinigt. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Information, Qualifikation und den spezifischen Anliegen der Grenzregionen. "Gemeinsames Marketing" für die Erweiterung sollte "politischen Hasardeuren" in den Beitrittsländern den Wind aus den Segeln nehmen, sagte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch vor Journalisten.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl hob die überdurchschnittliche Entwicklung der Grenzregionen seit dem Fall des Eisernen Vorhanges hervor. Die Standortnachteile Österreichs - speziell im Lohnkostenbereich und dem entstehenden Förderungsgefälle - müssten aktiv angegangen werden. Insofern sei 2003 das Vorbereitungsjahr Österreichs auf die Erweiterung.

Verzetnitsch nannte insbesondere die Bauwirtschaft und den Tourismus als Branchen, wo er die größten Probleme für den heimischen Arbeitsmarkt erwartet. Hier müssten die vereinbarten Übergangsfristen von bis zu sieben Jahren höchstwahrscheinlich voll ausgenutzt werden, ließ er durchblicken.

Beschlossen wurde von den Sozialpartnern, die Wiener Konferenz auf regionaler Ebene fortzusetzen. Diese Aktivität könne auch unabhängig vom Wahlkampf in Österreich und ohne neue Regierung gestartet werden. Die nächste Konferenz auf Ebene der Sozialpartnerpräsidenten ist erst für das Jahr 2004 geplant. (miba/DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2002)

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