USA: Kampf gegen invasive Schlangen

17. Oktober 2002, 12:02
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Mit Schmerzmittel gefüllte präparierte tote Mäuse sollen Reptilien ausrotten

Guam - Mit ungewöhnlichen Mitteln versuchen US-Forscher die braune Baumschlange (Boiga irregularis) auf der amerikanischen Pazifikinsel Guam auszurotten. Die invasive Schlange ist in den 40er Jahren versehentlich aus Neuguinea eingeschleppt worden und hat sich auf der Insel extrem vermehrt. Nun bedroht die Schlange auch die heimischen Vogelarten, berichtet die Zeitung Guam Pacific Daily News.

Wissenschaftler versuchen jetzt mit toten Mäusen, die mit Schmerzmitteln ausgefüllt sind, Herr über die geschätzte Million Schlangen auf der rund 550 Quadratkilometer großen Ferieninsel zu werden. Die giftigen bis zu zwei Meter langen Schlangen bedrohen die lokale Vogelpopulation, Experten befürchten auch, dass sich die Reptilien weiter bis Hawaii ausbreiten könnten. Im Kampf gegen die Schlangen sind die Forscher auf verschiedene Ideen gekommen. Zuletzt ergaben Versuche, dass der Stoff Acetaminophen, der in verschiedenen Schmerzmitteln enthalten ist, letal für die Schlangen ist. Nun werden die präparierten toten Mäuse von Helikoptern aus abgeworfen. In der Theorie klingt das einfach: die Schlangen, die nachtaktiv sind, stoßen bei der Beutesuche auf die Mäuse, fressen diese und sterben an der ausgelegten Falle. Das berichtet Todd Pitlik, ein amerikanischer Biologe des US-Department of Agriculture Wildlife Services. Zuletzt versuchten die Behörden mit vergifteten Baby-Mäusen, die sie in kurze Plastikrohre legten, Herr über die Schlangen zu werden. Die Versuche wurden sofort abgebrochen, weil Biologen befürchteten, dass die seltenen Marianen-Krähen dadurch gefährdet würden, da diese Vögel bei der Beutesuche extrem intelligent agieren.

Die Wissenschaftler hoffen, dass sie mit der neuen Methode die Schlangen dezimieren können und die Marianen-Krähen dadurch nicht gefährdet werden. In weiterer Folge soll die in der Zwischenzeit fast ausgestorbene Marianen-Ralle (Rallus owstoni) auch wieder ausgesetzt werden. Damit soll der ursprüngliche Bestand an Vögeln auf der Insel wieder hergestellt werden, berichten die Forscher. Über eines sind sich die Forscher aber noch nicht im klaren: wie viele Schlangen sie töten müssen, um den wiedereingesetzten Vögeln das Überleben zu sichern. (pte)

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