J.P. Morgan Chase schickt 2.000 Investmentbanker nach Hause

16. Oktober 2002, 18:22
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Merill Lynch steigert Gewinn dank Kostensenkungen

New York - Die zweitgrößte amerikanische Bankengruppe J.P. Morgan Chase will mehr als 2.000 Investmentbanker nach Hause schicken und will damit 700 Mill. Dollar (713 Mill. Euro) einsparen. Dies hat das Unternehmen am Mittwoch mitgeteilt. J.P. Morgan hat im dritten Quartal 2002 gegenüber der Vorjahresvergleichszeit einen Gewinneinbruch von 91 Prozent auf nur noch 40 Mill. Dollar oder einem Cent je Aktie verbucht. Im Investmentbankgeschäft fielen Verluste von 256 Mill. Dollar an gegenüber einem Gewinn von 486 Mill. Dollar im dritten Quartal 2001. Das Kreditinstitut hat auch hohe Kreditverluste bei Telekom- und Kabelfernsehfirmen erlitten. Der bankrotte Energiehändler Enron wirkte sich ebenfalls negativ auf das Geschäft aus.

Merill Lynch: Mit Kostensenkungen zu mehr Gewinn

Der größte US-Börsenmakler Merrill Lynch hat unterdessen der Aktienmarkt-Flaute getrotzt und im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn um mehr als ein Fünftel gesteigert. Mit Hilfe drastischer Kostensenkungen seien schwache Ergebnisse im Bank- und im Handelsgeschäft mehr als ausgeglichen worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch zur Begründung mit. Merrill wies für das dritte Quartal einen Gewinnanstieg auf 579 (Vorjahreszeitraum 475) Mill. Dollar (589 Mill. Euro) oder 61 (50) Cent je Aktie aus. Unter Berücksichtigung besonderer Posten im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 ergab sich ein Ergebniszuwachs auf 693 (422) Mill. Dollar oder 73 (44) Cent je Aktie. Die durchschnittlichen Analystenprognose belief sich auf 58 Cent je Aktie.

Merrill musste nach den Anschlag auf das World Trade Center in New York vorübergehend aus ihrer Zentrale in Manhattan umziehen. Die Ergebniszahlen für 2002 enthalten nach Firmenangaben eine Schadensrückvergütung durch die Versicherung von 114 Mill. Dollar.

Einbrüche im Investmentbanking

Wie bei der Konkurrenz führte auch bei Merrill die Börsenschwäche zu Einbrüchen im Investmentbanking. Das Unternehmen konzentriert sich seit längerem verstärkt auf die Gewinne anstatt auf Marktanteile und hat allein im dritten Quartal 1.200 Stellen gestrichen. Damit reduzierte sich die Belegschaft seit Anfang vergangenen Jahres um mehr als ein Viertel. (APA/Reuters)

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