Schüssels Amtsbonus so groß wie noch nie

18. Oktober 2002, 12:36
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Aber auch Gusenbauer legt zu, Van der Bellen verliert Glanz - Mit Grafik

Linz - Der Amtsbonus von Wolfgang Schüssel wird immer deutlicher - das zeigt die regelmäßig gestellte Kanzlerfrage in den market-Umfragen für den STANDARD: "Angenommen, Sie könnten den österreichischen Bundeskanzler direkt wählen: Welche dieser Personen würden Sie persönlich zum Bundeskanzler wählen?" Darauf nennen 37 Prozent Amtsinhaber Wolfgang Schüssel.

"Der höchste Wert, den wir bisher für Schüssel gemessen haben - man darf nicht vergessen, dass er lange Zeit irgendwo zwischen 20 und 30 Prozent gelegen ist. Jetzt kommen Amtsbonus und die erste Welle des Wahlkampfs gleichzeitig zum Tragen," sagt market-Chef Werner Beutelmeyer. Schüssels schlechtester Wert in der Kanzlerfrage war Mitte März dieses Jahres, seither geht es mit seiner Beurteilung kontinuierlich aufwärts.

Gusenbauer und Van der Bellen gleichauf

Herausforderer Alfred Gusenbauer kommt in der market- Umfrage auf 16 Prozent, damit liegt der gleichauf mit dem Grünen-Chef Alexander Van der Bellen. Für Gusenbauer ist das ein relativ guter Wert (sein schlechtester, im Sommer des Vorjahres gemessen, liegt bei nur neun Prozent) - für Van der Bellen ein relativ schlechter (im Sommer des Vorjahres wollten ihn 22 Prozent als Kanzler).

Weit abgeschlagen ist FP-Chef Mathias Reichhold mit neun Prozent, der schlechteste je für einen FP-Kandidaten erhobene Wert - anfang August hatte Susanne Riess-Passer mit 18 Prozent das beste Umfrageergebnis gehabt. Im Detail zeigt sich, dass es vor allem Frauen und Angehörige der höheren Bildungsschicht sind, die sich hier für Schüssel (und in geringerem Maße, aber doch auffällig, für Van der Bellen) aussprechen, während Gusenbauers Anhänger in hohem Maße männlich sind und aus der niedrigsten Bildungsschicht kommen.

Gusenbauer in der SP nicht unumstritten

Da sich die Wahlentscheidung voraussichtlich auf die Kandidaten Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer zuspitzen wird, ließ der STANDARD auch fragen, welcher von diesen beiden vorgezogen würde - auch das geht eindeutig zugunsten Schüssels aus: 53 Prozent würden den Amtsinhaber bestätigen, nur 33 Prozent sind für den Herausforderer.

Auffallend ist, dass nur sieben von zehn deklarierten SPÖ- Wählern für Gusenbauer sind, aber neun von zehn ÖVP-Wählern für Schüssel. (Conrad Seidl/DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2002)

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