Potenziale - Barrieren - Chancen

16. Oktober 2002, 19:30
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Der Grazer Lehrgang für Akademikerinnen, die höher hinaus wollen, startet in die dritte Runde

Mittlerweile beginnen mehr Frauen ein Studium als Männer. An der Grazer Karl Franzens-Universität zum Beispiel liegt der Anteil der weiblichen Erstinskribientinnen bei 60 Prozent. Der Anteil der Studentinnen auf allen Fakultäten beträgt 69 Prozent. Ebenso zählt das Semester 2001/2002 2054 weibliche Absolventinnen, was einen Anteil von 61 Prozent ergibt. Selbst wenn die Zahlen der Technischen und der Kunst-Universität miteinbezogen werden, pendelt sich der Anteil der weiblichen Studierenden um die 47 Prozent ein.

Nun denn? Alles Eitelwonne und wunderbar? Leider nicht

Trotz der hohen absoluten und relativen Zahlen scheint der Weg auf und durch die Universität in einer Sackgasse zu münden. Nur 27 Prozent des wissenschaftlichen Personals und zwischen 2 (TU-Graz) und 16,9 (Kunst-Universität) Prozent der Professorinnen sind Frauen.

Woran das liegen mag, lässt sich zumindest im "Formalen" nicht leicht eruieren. Frauenförderung, Frauenquote und Gender-Mainstreaming allein haben da anscheinend nicht weit genug gegriffen. Oder aber den Frauen ist hier eine vermeintlich positive Eigenschaft, die vielgepriesene "Flexibilität", zum Nachteil gereicht. Sie haben sicher in verstärktem Maße auf die schwierige Arbeitsmarktsituation derart reagiert, dass sie auf universitäts- und ausbildungsferne Jobs zurück gegriffen haben.

Lehrgang "Potentiale - Barrieren - Chancen" in der 3. Runde

Der einjährige Lehrgang der Interuniversitären Koordinationsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung Graz will genau diese Notwendigkeit zur Umorientierung vermindern und arbeitet deshalb mit Absolventinnen und Projektmitarbeiterinnen. Neben der Vermittlung von wissenschafts- und organisationsbezogenen Kompetenzen werden auch Schwerpunkte in Sozialkompetenz, Einzelcoachings und der Unterstützung durch "Expertinnen" gesetzt.

Mit dem "technischen" Rüstzeug ausgestattet und dem nötigen Wissen um die interne Organisation, informelle Netzwerke und die (hoffentliche) Solidarität unter den Frauen kann so die nächste Generation von Akademikerinnen ihren Weg in die Uni antreten. (e_mu)

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