Anschlag in finnischem Einkaufszentrum offenbar Tat eines Einzelnen

17. Oktober 2002, 15:27
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17-Jähriger wurde wieder frei gelassen

Helsinki - Der Bombenanschlag von Vantaa bei Helsinki war nach dem jüngsten Stand der Ermittlungen offenbar die Tat eines Einzelgängers. Die finnische Polizei hat einen 17-jährigen Schüler freigelassen, der am Dienstag wegen des Verdachts auf Mittäterschaft festgenommen worden war.

Nur Internet-Bekanntschaft

Der Bursch sei an dem Anschlag weder beteiligt gewesen noch schuldig, teilte die Polizei in der finnischen Hauptstadt am Donnerstag mit. Er habe zu dem Selbstmordattentäter weder persönlichen noch telefonischen Kontakt gehabt. Die beiden hätten einander lediglich über das Internet gekannt.

Auch drei andere Personen, die zeitweise festgenommen worden waren, hätten mit dem Anschlag nichts zu tun, sagte der Polizeisprecher weiter. Sie hätten den Täter ebenfalls nur aus einem Chatroom im Internet gekannt. Der 19-jährige Chemiestudent habe den Anschlag vermutlich alleine ausgeübt. Sein Motiv sei weiter unklar.

Der Student hatte sich am vergangenen Freitag in einem Einkaufszentrum in einem Vorort von Helsinki in die Luft gesprengt und sechs Menschen mit in den Tod gerissen. Etwa 100 weitere Personen wurden verletzt.

Der Anschlag war möglicherweise lange im Voraus geplant. Nach Angaben der Zeitung "Ilta-Sanomat" von Mittwoch hat ein Bekannter des mutmaßlichen Täters ausgesagt, dass der Chemiestudent schon vor einem Jahr die Sprengung einer Bombe in einer großen Menschenmenge angekündigt hätte. (APA)

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