Digitale Verkehrsmeldungen steuern Autos via GPS am Stau vorbei

16. Oktober 2002, 13:52
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Radio Ö3 als erster Sender in Österreich mit Traffic Message Channel "on air"

Wien - Als erster Sender in Österreich überträgt Hitradio Ö3 alle Verkehrsmeldungen seit Mittwoch, auch im digitalen Format.

Das Radioverkehrsinformationssystem (RDS-TMC) ermöglicht eine auf die jeweilige Route maßgeschneiderte, sprachunabhängige Verkehrsinformation, hieß es bei der Präsentation in Wien. Beteiligt an der Umsetzung im Rahmen des EU-Projekts CORVETTE waren auch die Asfinag und das Verkehrsministerium. "Wir wollen die Rolle des innovativen Vorreiters weiter spielen", so Ö3-Chef Georg Spatt.

RDS-TMC ist die Abkürzung für "Radio Data System - Traffic Message Channel". Bei RDS werden Zusatzinformationen in Form verschlüsselter Digitalsignale ausgesendet. Diese können von modernen Autoradios ausgewertet werden. TMC ist die Erweiterung. Die Verkehrsinformationen werden zusätzlich zum bisherigen Verkehrsservice im Radio digitalisiert und unhörbar im Hintergrund kodiert übertragen. Durch Sprachsynthese kann dieses "Datentelegramm" europaweit in der Muttersprache des Fahrers abgespielt werden.

Anzeige am Radiodisplay

Basis des neuen Systems ist der so genannte Locations-Katalog, erklärte Ö3-Verkehrschef Thomas Ruthner. Von der Asfinag wurden im höherrangigen Straßennetz alle Ausfahrten, Parkplätze und wichtigen Punkte erfasst und wie auch alle möglichen Ereignisse - vom Unfall bis zur Baustelle - in Codes gefasst. Rund 70.000 Euro kostete diese etwa zwei Jahre andauernde Arbeit. Der ÖAMTC verwendet diesen Code etwa bei der Verkehrsinformation via Internetdienst.

In Millisekunden können laut dem technischen Direktor des ORF, Andreas Gall, die digitalen Meldungen gesendet werden. TCM taugliche Geräte entschlüsseln die Information und zeigen sie in Landessprache auf dem Radiodisplay an. GPS gestützte Navigationssysteme können die Informationen sofort verwerten und schlagen automatisch eine Alternativroute vor. Für Gall ein entscheidender Schritt zur "interaktiven Verkehrsinfo".

Der Locations-Katalog macht es möglich, dass Verkehrsredakteure die Meldungen einfach via Mausklick erstellen können, so Ruthner. Irrtümer sind nicht mehr möglich. Dieser Dienst ist schon in Deutschland, der Schweiz, in Norditalien, Holland, Schweden, Finnland, Großbritannien, Spanien und Frankreich verfügbar. Nun wurde der Lückenschluss zwischen Bayern und Norditalien erreicht.

Beim GPS (Global Positioning System) wird die erste Position das Wagens über drei Satelliten mit einer Genauigkeit von zehn bis 15 Metern bestimmt. Der zurückgelegte Weg und ein Drehwinkelsensor (Gyroskop) für Richtungsänderungen bringen eine Genauigkeit von etwa drei Metern. (APA)

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