Siemens wertet Standort Wien auf

16. Oktober 2002, 13:48
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Konzern installiert neues Kundenbetreuungs-Zentrum und verspricht sich Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe

Wien - Siemens Österreich erhält innerhalb des weltweiten Siemens-Verbunds mehr Kompetenzen. Gestern sei im Konzern entschieden worden, dass am Standort Wien das Kompetenzzentrum für Kundenbindung (Customer Relationship Management - CRM) gegründet werden soll, kündigten Siemens Corporate Vice President, Friedrich Fröschl, und Siemens AG Österreich-Generaldirektor Albert Hochleitner am Mittwoch bei einem Pressegespräch an.

Im neuen CRM-Zentrum in Wien sollen Geschäftsabläufe besser auf die Kunden abgestimmt und elektronische Marktplätze für Geschäftskunden entwickelt werden, hieß es. Als Vorteile für die Kunden wurden kürzere Lieferzeiten, raschere Abrechnungen und flexible Projektabwicklung genannt. Weiters soll Wien - neben Madrid und Den Haag - einer von drei geplanten Standorten in Europa für Anwendungsbetreuungszentren (AMC) werden. Die derzeit 22 Rechenzentren will der Siemens-Konzern außerdem auf zwei geplante Standorte in Europa reduzieren - nämlich einen in Deutschland und einen in Wien.

Österreich sei als Wirtschaftsregion für den Siemens-Konzern "sehr wichtig", Siemens Österreich bilde alle Geschäftssparten ab und habe "eine gute Kostenposition", begründete Fröschl die Standortwahl. Außerdem verfüge Siemens Österreich bereits über große regionale Verantwortungen in Osteuropa und die entsprechenden personellen Ressourcen für eine Kompetenzerweiterung, ergänzte Hochleitner.

Der Siemens-Konzern investiere im Jahr 4 bis 5 Prozent des Umsatzes in Informationstechnologie (IT). Durch die geplante zunehmende Standardisierung von Geschäftsprozessen und IT-Infrastruktur, zu der auch das neue CRM-Kompetenzzentrum beitragen soll, könne bis 2005 deutlich mehr als 1 Prozentpunkt dieser Ausgaben eingespart werden, sagte Fröschl. Dabei handle es sich um einen hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Der Siemens-Konzern hat bereits im Dezember 2001 den Geschäftsbereich Corporate Information and Operations (CIO) gegründet, der an einer konzernweiten Harmonisierung der elektronischen Geschäftsprozesse und IT-Infrastruktur arbeitet. Im Jahr 2001 habe Siemens 15 Prozent der gesamten Beschaffung - in Summe 6 Mrd. Euro - und 12 Prozent der Auftragseingänge - 12 Mrd. Euro - elektronisch abgewickelt, berichtete Fröschl. Daraus hätten sich Kosteneinsparungen von 190 Mill. Euro ergeben. Siemens habe im Vorjahr insgesamt 10,2 Millionen elektronische Transaktionen durchgeführt.

Siemens hat weltweit bisher in 30 Ländern elektronische Marktplätze installiert - darunter in Österreich, Slowenien, der Slowakei, Türkei und Ungarn sowie Asien, Australien, Neuseeland und den USA. Die Schweiz und Griechenland sollen in Kürze folgen, insgesamt sind im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 (per Ende September) 30 neue Marktplätze gestartet werden. Viele dieser Marktplätze werden im Siemens-Rechenzentrum in Wien betreut. (APA)

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