Lohnrunde: Metaller bekommen 2,3 Prozent mehr

18. Oktober 2002, 19:40
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110 Euro Einmalzahlung - Einigung trotz schwieriger Verhandlungen - Auch im Handel Abschluss erzielt - mit Infografik

Wien - In einer Marathonsitzung haben sich die Sozialpartner am Freitagabend auf einen neuen Kollektivvertrag für rund 210.000 Metallarbeiter und Industrieangestellte geeinigt. Die Ist-Löhne werden per 1. November 2002 um 2,2 Prozent angehoben, die Mindestlöhne werden um 2,3 Prozent erhöht. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von 110 Euro (fällig ab 1. März bis spätestens 31. März). Vereinbart wurde auch eine Verteiloption. Dabei dürfen die Löhne um nur 1,9 Prozent angehoben werden, wenn zusätzlich 0,6 Prozent für individuelle Lohnerhöhungen verwendet werden. Die Metallerlöhne sind traditionell richtungsweisend alle weiteren KV-Runden.

Damit haben Metaller-Chef Rudolf Nürnberger und Angestellten-Verhandler Karl Proyer mit Arbeitgeber-Vertreter Hermann Haslauer ein nahezu identes Ergebnis ausgehandelt wie in der Elektro- und Elektronikindustrie, wo die Ist-Löhne ebenfalls um 2,2 Prozent und die KV-Löhne um 2,3 Prozent plus einer Einmalzahlung von allerdings nur 85 Euro angehoben wurden. Im Vorjahr hatten sich die Sozialpartner für die Metallarbeiter und Industrieangestellten auf eine Ist-Lohnerhöhung um 2,9 Prozent oder um mindestens 43,6 Euro geeinigt. Die Mindestlöhne waren um 3 Prozent angehoben worden.

Neben der Lohnerhöhung haben sich die Sozialpartner für die Metallindustrie auch auf eine Regelung in Hinblick auf die "Abfertigung Neu" geeinigt. Demnach wird dem Arbeitnehmer im Falle eines Übertritts in das neue Abfertigungsmodell ein einmonatiges Rücktrittsrecht gewährt.

Auch Handel handelseins

Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Handel haben sich nach zähen Lohnverhandlungen Freitagabend doch noch auf einen neuen Kollektivvertrag für rund 350.000 Handelsangestellte und etwa 100.000 Beschäftigte in verwandten Berufen geeinigt. Demnach werden die jeweiligen kollektivvertraglichen Mindestlöhne mit 1. Jänner 2003 um 2,1 Prozent angehoben. Die Gewerkschaft hatte zuletzt eine KV-Erhöhung von durchschnittlich 3,5 Prozent verlangt. Ursprünglich waren weitere Verhandlungen für Ende der kommenden Woche geplant.

Die Arbeitnehmervertretung sprach nach der Einigung "von harten, aber dennoch raschen Verhandlungen" und einem "für beide Seiten gerade noch tragbaren Abschluss". Angesichts der schwierigen konjunkturellen Situation im heimischen Handel habe man "ein verantwortungsvolles Ergebnis erzielt", so Alois Wichtl, Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite am Freitagabend in einer Aussendung. Auch nach Ansicht von Felix Hinterwirt, Verhandlungsführer für die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) ist das Ergebnis "für die Beschäftigten vertretbar". (APA)

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